Studenten klären auf: Wurde 1727 in Chemnitz anders geküsst als heute?

Chemnitz - Küssen, die schönste Nebensache der Welt! Das hat aber weder mit der Stadt Chemnitz noch mit Germanistik-Vorlesungen zu tun? Vielleicht doch: TU-Studenten verwandeln zusammen mit ihrem Professor ein 1727 erschienenes Chemnitzer Kuss-Lexikon in eine moderne Neuauflage. Sexy Wissenschaft?
Küssen wird heutzutage fast ausschließlich mit Liebe und Lust verbunden. Es gab aber schon immer auch andere Formen - früher hat man beispielsweise auch aus Ehrbarkeit geküsst.
Küssen wird heutzutage fast ausschließlich mit Liebe und Lust verbunden. Es gab aber schon immer auch andere Formen - früher hat man beispielsweise auch aus Ehrbarkeit geküsst.  © Andrea de Martin

Germanistik-Professor Christoph Fasbender untersuchte das historische Kuss-Fachbuch zusammen mit einem Team von Studenten der TU Chemnitz, wie die Pressestelle der Uni mitteilte.

Das Original „Historisch-Philologische Untersuchung von den mancherley Arten und Absichten der Küsse“ von 1727 gibt einen historischen Einblick in die Vielfältigkeit des Kusses.

Vom „Göttlichen Kuss“ über den „Kuss der Wollust“ erläuterte der Autor sechs verschiedene Formen. Damals hat man nicht nur aus Liebe und Lust - es ging auch um Würde und Verrat.

Die Neuauflage mit dem vielsagenden Titel "Küssen in Chemnitz" ist mit Kommentaren angereichert und mit verschiedenen Kunstwerken von Chemnitzer Künstlern veredelt.

Das Projekt, das Buch und die zahlreichen Kunstwerke werden am 6. Juli 2018, dem Internationalen Tag des Kusses, von 18:00 bis 21:00 Uhr in der Galerie Borssenanger, Straße der Nationen 2 bis 4, erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Untermalt wird die Präsentation durch eine Lesung, eine Impro-Tanzperformance und Live-Musik.

Das Ganze ist Teil des Stadtjubiläums 875 Jahre Chemnitz.

Der Künstler Benjamin Sprunk (Xin 1) unterstützte das Projekt. Sein Grafitti auf Leinwand mit dem Titel "Der Kuss" (2018) ist der Mittelteil eines Tripychons, das im Buch "Küssen in Chemnitz" dem Kapitel der Ehrbarkeit zugeordnet ist.
Der Künstler Benjamin Sprunk (Xin 1) unterstützte das Projekt. Sein Grafitti auf Leinwand mit dem Titel "Der Kuss" (2018) ist der Mittelteil eines Tripychons, das im Buch "Küssen in Chemnitz" dem Kapitel der Ehrbarkeit zugeordnet ist.  © Graffiti von Benjamin Sprunk

Titelfoto: Andrea de Martin


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