Chemnitz verbietet gefährliches Unkraut-Gift

Eine Flasche eines gylphosathaltigen Unkrautvernichtungsmittels.
Eine Flasche eines gylphosathaltigen Unkrautvernichtungsmittels.

Von Mandy Schneider

Chemnitz - Die Stadt sagt dem Unkraut-Gift Glyphosat den Kampf an. Dem MOPO24-Bericht über den Einsatz solcher Herbizide an Schulen folgt nun ein Verbot.

Ein Antrag der Grünen will auch Kleingärtnern und städtischen Tochterunternehmen das Gift verbieten. Greenpeace erstattete schon Anzeige gegen einen Hausmeisterdienst.

Auf Schulsportplätzen wurden jahrelang Unkrautvernichter angewendet, deren Wirkstoff Glyphosat laut Weltgesundheitsorganisation im Verdacht steht, krebserregend zu sein.

Insgesamt 64 Ausnahmegenehmigungen für Herbizide gibt es aktuell für Chemnitz, davon 26 für Schulen. Nach der Empörung, die der MOPO24-Bericht unter Stadträten und Eltern ausgelöst hatte, stoppte Baubürgermeister Michael Stötzer (43) den Einsatz umgehend und kündigte an: „Wir werden Alternativen finden.“

Grüne-Stadtrat Thomas Lehmann (kl. F. 47) fordert eine Ausdehnung des Glyphosat-Verbotes.
Grüne-Stadtrat Thomas Lehmann (kl. F. 47) fordert eine Ausdehnung des Glyphosat-Verbotes.

Die Grünen wollen ein Verbot auch auf Eigenbetriebe, von Freien Trägern betriebene Kitas, Schulen und Kultureinrichtungen sowie Kleingärten ausdehnen.

Thomas Lehmann (47, Grüne): „Satzungen und Pachtverträge sollten entsprechend angepasst werden.“

Aktuell dürfen in Chemnitz laut Straßenreinigungssatzung Unkrautvernichter auf öffentlichen Flächen ohne Sondergenehmigung nicht angewendet werden.

Viele Hausmeisterdienste sprühen trotzdem. Greenpeace erstattete deshalb gegen einen Hausmeisterdienst, der im Yorckgebiet einen Gehweg offenbar mit einem Herbizid behandelte, Anzeige beim Umweltamt.

Greenpeace-Sprecher Thomas Bossack (45): „Das soll ein Anstoß sein, das Verbot endlich durchzusetzen.“

Fotos: Privat, Heinz Patzig, dpa


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