Warum fahren so wenige mit Bus und Bahn?

Bernd Kunze (72) schwört auf seinen fahrbaren Untersatz.
Bernd Kunze (72) schwört auf seinen fahrbaren Untersatz.

Von Torsten Schilling

Chemnitz - Der demografische Wandel schwebt wie ein Damoklesschwert über der CVAG. Denn die Generation 60 plus zeigt Bus und Bahn die kalte Schulter. Deshalb rücken die Jüngeren in den Fokus.

Jeder dritte der 246 000 Chemnitzer ist älter als 60 Jahre. „In dieser Altersklasse werden sehr viele Wege mit dem Auto zurückgelegt“, so Baubürgermeister Michael Stötzer (43).

Seine Prognose: Je mehr die Bevölkerung altert, umso weniger fahren Bahn.

Obwohl Bernd Kunze (72) vorm Haus eine Haltestelle hat, fährt er mit dem Auto in die City: „Straßenbahn? Nur wenn ich krank bin.“ Der 72-Jährige setzt auf Assistenzsysteme:

Auto? Kommt bei Stadträtin Meike Roden (24, Grüne) nicht in die Tüte.
Auto? Kommt bei Stadträtin Meike Roden (24, Grüne) nicht in die Tüte.

„Mein Auto vom Computer steuern zu lassen wäre toll. Ich werde ja auch älter.“

Stadträtin Meike Roden (24, Grüne) steht auf den öffentlichen Personennahverkehr: „Aber die Fahrzeiten müssten kürzer werden. Vom Kaßberg zur Uni brauche ich mit dem Bus eine halbe Stunde, mit dem Rad die Hälfte.“

Sie und Stadtratskollege Bernhard Herrmann (49) setzen auf eine Ringbuslinie: „Kaßberg und Sonnenberg müssen ohne Umweg über die Zenti die Uni anbinden.“

Die CVAG zählte im ersten Halbjahr 18,8 Millionen Fahrgäste - 400 000 weniger als 2012. „Wir arbeiten an einem neuen Marketingkonzept“, so Sprecher Stefan Tschök (58).

Zielgruppe: 68 000 Chemnitzer zwischen 16 und 39 Jahren. Wann das Konzept vorliegt, sei noch offen.

Fotos: Sven Gleisberg


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