Bus statt Bahn: Deutsche Bahn zieht sich aus Chemnitz zurück

20 bis 25 Millionen Euro würde die Umrüstung von 12 Zügen der Erzgebirgsbahn auf die Hybridtechnik kosten.
20 bis 25 Millionen Euro würde die Umrüstung von 12 Zügen der Erzgebirgsbahn auf die Hybridtechnik kosten.

Von Torsten Schilling

Chemnitz - Züge der Deutschen Bahn werden in Chemnitz Mangelware. Von der Sachsen-Franken-Magistrale und den Verbindungen nach Leipzig sowie Elsterwerda verabschiedet sich die DB. 2017 droht zudem das Aus für die Strecke nach Aue.

Auf der Sachsen-Franken-Magistrale und nach Elsterwerda kommt ab Juni 2016 anstelle der DB die Mitteldeutsche Regiobahn zum Zug. Ab Dezember bedient die mit Reichsbahnwaggons auch die Linie nach Leipzig.

Der Verkehrsverbund Mittelsachsen (VMS) prüft zudem die Strecke Aue-Thalheim und könnte eine weitere DB-Verbindung kappen.

Eine 60 000 Euro teure Studie zum Nahverkehr empfiehlt:

Erzgebirgsbahn-Chef Lutz Mehlhorn will seine Züge weiter in der Region rollen lassen.
Erzgebirgsbahn-Chef Lutz Mehlhorn will seine Züge weiter in der Region rollen lassen.

Mehr Busse sollen zwischen Chemnitz und dem Erzgebirge rollen.

Die sollen auch die Züge zwischen Aue und Thalheim ersetzen. Reisende kämen mit der Citybahn von Chemnitz bis Thalheim. Danach wäre auf der Schiene Schluss.

„Die Bahn darf nicht wegfallen“, verlangt Grünen-Kreisrätin Ulrike Kahl (56). „Es war ein Fehler, dass der Erzgebirgskreis den Personennahverkehr dem VMS übertragen hat. Da wird alles in Hinterzimmern ausgekaspert. Wir sollten den VMS verlassen.“

Die Erzgebirgsbahn wird mit 250 Beschäftigten bald die letzte Bahn-Tochter in der Region sein. Sie fährt auf den Strecken Chemnitz-Olbernhau, nach Annaberg und Aue sowie Zwickau-Johanngeorgenstadt, befördert rund 5 000 Fahrgäste am Tag.

Und genau diese Strecken schreibt der VMS 2017 neu aus. Erzgebirgsbahn-Chef Lutz Mehlhorn (55): „Wie bereiten uns auf die Ausschreibung vor.“

Der Chemnitzer FDP-Politiker Wolfgang Lesch (61) sieht die Bahn chancenlos: „Im VMS hat die DB keine Lobby.“

Fotos: Uwe Meinhold, Peter Zschage


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