Videokamera im Damenklo! Firmenchef vor Gericht

Chemnitz - In seinem Telefonshop soll Heiko U. (47) von seiner Mitarbeiterin (31) monatelang Spanner-Fotos und -videos auf dem Damenklo gemacht haben. Er selbst bestreitet die Tat vehement. Das Amtsgericht verdonnerte ihn trotzdem zu einer Geldstrafe (90 Sätze à 40 Euro). Sein Verteidiger kündigte Rechtsmittel an.

Heiko U. (47) soll seine Mitarbeiterin heimlich auf dem Damenklo gefilmt haben. Das Amtsgericht verurteilte ihn zu einer Geldstrafe von 3 600 Euro.
Heiko U. (47) soll seine Mitarbeiterin heimlich auf dem Damenklo gefilmt haben. Das Amtsgericht verurteilte ihn zu einer Geldstrafe von 3 600 Euro.  © Härtelpress

"Jetzt geht das alles weiter", sagte das Opfer nach der Verhandlung und brach in Tränen aus. Ihr ehemaliger Chef Heiko U. müsse "nur" Geld zahlen.

Seine Schuld konnte vor Gericht nicht eindeutig bewiesen werden. 2015 und 2016 soll er sein Opfer monatelang auf dem Damenklo gefilmt haben. Die Kamera befand sich am Firmen-Staubsauger.

Alles flog auf, als eine andere Mitarbeiterin Fotos auf dem Firmen-Rechner vorfand. U. löschte die Dateien.

Laut Staatsanwältin Marita Recken stellten IT-Ermittler "Spuren" und zusätzlich "33 kinderpornografische Schriften" sicher.

Was gegen den Chef spricht: Offenbar hegte er Interesse an seiner Angestellten. Diese schloss eine intime Beziehung aber aus.

Verteidiger Andreas Kohn widersprach diesen Ansichten. Jeder der vier Mitarbeiter hätte die Aufnahmen machen können. Zumal das PC-Passwort für jeden zugänglich war. Heiko U. selbst sagte: "Ich bin in beiden Fällen unschuldig." Er und sein Verteidiger wollen nun Rechtsmittel einlegen.

Monatelang sollen Opfer auf dem Damenklo gefilmt worden sein. Die Kamera befand sich in einem Staubsauger (Symbolbild).
Monatelang sollen Opfer auf dem Damenklo gefilmt worden sein. Die Kamera befand sich in einem Staubsauger (Symbolbild).  © 123RF (Symbolbild)

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