Erste Pläne! So könnte es mit der Wanderer-Fabrik weitergehen

Chemnitz - Neue Hoffnung für die Wanderer-Werke! In den vergangenen Jahren konnten die Chemnitzer förmlich dabei zusehen, wie die ehemalige Schreibmaschinenfabrik in der Zwickauer Straße zerfällt. Jetzt gibt es erstmals konkrete Pläne und sogar Bewerber.

Thomas Morgenstern (65), Leiter der Denkmalschutzbehörde, sieht eine Mischnutzung als eheste Lösung. Schließlich umfasst die Fabrik sagenhafte 30 000 Quadratmeter.
Thomas Morgenstern (65), Leiter der Denkmalschutzbehörde, sieht eine Mischnutzung als eheste Lösung. Schließlich umfasst die Fabrik sagenhafte 30 000 Quadratmeter.  © Uwe Meinhold

Nach den Zwangsgeld-Androhungen der Stadt zeigte sich der Eigentümer, eine Immobilienfirma aus Berlin, endlich einsichtig: Das Fabrikgebäude ist nun rundum abgesichert.

"Mit Bitumen wurde das Dach abgedichtet und die kaputten Fenster repariert", so Thomas Morgenstern (65), Leiter der Denkmalschutzbehörde.

Zudem seien Berliner Architekten vom Eigentümer beauftragt worden, sich Gedanken zur Nachnutzung zu machen.

"Aufgrund der Größe, wird es schwierig den Komplex im Ganzen zu vermieten. Eine Mischnutzung wird wohl die Lösung."

Architekt Wolfgang Keilholz (60) hat einige Ideen zu Papier gebracht.

"An der Straßenseite, bis zum ersten Lichthof, könnten großartige Loft-Wohnungen entstehen", sagt er. In der Werkhalle Richtung Süden sei Platz für Wirtschaft, Forschung und Kreative. Hinter den Wohnungen, im östlichen Teil, könnten sich Gewerbeateliers einnisten. "Das Maschinenhaus wäre für Veranstaltungen wie Konzerte optimal."

Noch haben keine Bewerber zugesagt. Es habe aber erste Gespräche mit Interessenten gegeben. Darunter ein "Big Player" aus Deutschland, der europaweit agiert.

Mehr könne Keilholz noch nicht verraten. Auch Baubürgermeister Michael Stötzer (46, Grüne) setzt sich für den Erhalt der Wanderer-Fabrik ein: "Das Projekt ist in den Köpfen der Chemnitzer und wird mit großem Interesse verfolgt."

Hier in der Maschinenhalle der ehemaligen Wanderer-Fabrik könnten Veranstaltungen und Konzerte stattfinden.
Hier in der Maschinenhalle der ehemaligen Wanderer-Fabrik könnten Veranstaltungen und Konzerte stattfinden.  © Uwe Meinhold

Seltene Einblicke in ehemalige Astra-Werke

Die Besucher erhielten einen exklusiven Einblick in alte Beratungsräume.
Die Besucher erhielten einen exklusiven Einblick in alte Beratungsräume.  © Uwe Meinhold

Zum Tag des Offenen Denkmals gab es auch exklusive Einblicke in das ehemalige Firmengebäude der Astra-Werke.

Besucher konnten in ihrem ursprünglichen Zustand erhaltene Beratungszimmer des Büromaschinenherstellers besichtigen und erfuhren Wissenswertes zur Geschichte des Hauses.

"Die Astra-Werke zählten 1929 zu den modernsten Chemnitzer Produktionsstätten", erläuterte Gästeführerin Edeltraud Höfer (63).

Nach einer wechselvollen Geschichte mit zahlreichen Umbenennungen wurde das Unternehmen nach der Wende liquidiert. Heute befinden sich in dem unter Denkmalschutz stehenden Gebäude Büroräume der Landesdirektion Sachsen.

Das Haus wurde 1928/29 vom Chemnitzer Architekten Willy Schönefeld (1885-1963) errichtet und ist dem Bauhaus-Stil nachempfunden.

Zwi­schen 1912 und 1917 wur­de das Fa­brik­ge­bäu­de in Schön­au ge­baut. Heu­te steht es leer und gam­melt vor sich hin.
Zwi­schen 1912 und 1917 wur­de das Fa­brik­ge­bäu­de in Schön­au ge­baut. Heu­te steht es leer und gam­melt vor sich hin.  © Uwe Meinhold
Zahlreiche Besucher strömten zum Tag des Offenen Denkmals in das ehemalige Firmengebäude der Astra-Werke.
Zahlreiche Besucher strömten zum Tag des Offenen Denkmals in das ehemalige Firmengebäude der Astra-Werke.  © Uwe Meinhold

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