"Was in Brüssel beschlossen wird, betrifft uns alle": TAG24-Interview mit Anna Cavazzini

Chemnitz - Anna Cavazzini (36) ist der neue Stern am Himmel der Grünen. Die gebürtige Hessin mit italienischen Wurzeln studierte an der TU Chemnitz und in Prag. Jetzt will sie ins EU-Parlament. TAG24 sprach mit der Politikerin im Rahmen ihrer Wahlkampftour.

Interview auf dem grünen Sofa: Anna Cavazzini (36, Grüne), Kandidatin für das EU-Parlament (l.), im Gespräch mit MOPO-Redakteurin Julia Zube (mit Hund).
Interview auf dem grünen Sofa: Anna Cavazzini (36, Grüne), Kandidatin für das EU-Parlament (l.), im Gespräch mit MOPO-Redakteurin Julia Zube (mit Hund).  © Kristin Schmidt

TAG24: Frau Cavazzini, Sie haben Ihre Studienzeit in Chemnitz verbracht. Was verbinden Sie mit dieser Stadt?

Anna Cavazzini: Ich habe sehr positive Erinnerungen an meine Studienzeit. Damals bekam ich Zusagen aus Köln, Berlin und Tübingen, aber ich wollte in den Osten.

Die Hälfte meiner Familie kommt aus der ehemaligen DDR. Ich war schon als Kind oft 'drüben'. Außerdem hat mich der Schwerpunkt der Uni gereizt. Hier gibt es viele Studiengänge mit Fokus auf Osteuropa. Es ist eine relativ kleine Universität mit einem guten Betreuungsschlüssel. Hier habe ich begonnen, mich in der Grünen Jugend zu engagieren.

Jetzt wollen Sie nach Brüssel. Welche Ziele wollen Sie dort umsetzen?

Mein persönlicher Schwerpunkt liegt vor allem auf der sozialen Gerechtigkeit. Wir als Partei setzen uns neben Klimaschutz für EU-weite soziale Mindeststandards ein. Außerdem bin ich für mehr Bürgerinitiative und Transparenz im EU-Parlament. Die Gesetze, die in Brüssel beschlossen werden, betreffen uns alle.

Wie könnte Chemnitz von den Entscheidungen in Brüssel profitieren?

Ich denke, wir sind in Chemnitz bereits auf einem guten Weg. Dennoch fühlen sich viele abgehängt, was beispielsweise an den unterschiedlichen Rentenniveaus liegt. Soziale Ungerechtigkeit ist immer noch ein großes Thema, nicht nur in Chemnitz oder Deutschland, sondern in ganz Europa. Um gegen diese Ungerechtigkeiten anzugehen, will ich ins EU-Parlament.

Titelfoto: Kristin Schmidt

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