Wegen fünf Cent! DRV drohte Rentner-Ehepaar mit Zwangsvollstreckung

Chemnitz - Verschleudert die Deutsche Rentenversicherung (DRV) Geld, Zeit und Personal bei der Strafverfolgung von Kleckerbeträgen? Das glauben jedenfalls zwei Chemnitzer. Wegen fehlender fünf Cent beim Überweisungsbetrag drohte die DRV dem Rentner-Ehepaar mit Zwangsvollstreckung!

Erboste Bürger: Almut und Werner Klemm mit dem Mahnschreiben der Rentenversicherung.
Erboste Bürger: Almut und Werner Klemm mit dem Mahnschreiben der Rentenversicherung.  © Kristin Schmidt

Es ging um einen Riestervertrag, den Almut (67) und Werner Klemm (74) 2010 abgeschlossen und 2016 gekündigt hatten. Nach drei Jahren kam plötzlich eine Rückforderung der DRV. Werner Klemm: "Aus Versehen überwiesen wir fünf Cent zu wenig." Also 161,45 statt 161,50 Euro.

Danach gab es offenbar auch ein Versehen in der DRV-Buchhaltung: Am 19. Juli erhielten die Klemms eine Mahnung mit Androhung der Zwangsvollstreckung! Außerdem drohten Säumniszuschläge von einem Prozent des offenen Betrages - also 0,05 Cent ...

Werner Klemm überwies wütend sieben Cent und schrieb eine geharnischte Beschwerde an Bundessozialminister Hubertus Heil (46, SPD). TAG24 hakte nun bei der DRV nach. Eine Sprecherin begründete das Schreiben mit einem

"Büroversehen. Leider wurde ein falscher Vordruck verwendet". Kleinbeträge würden normalerweise nicht angemahnt.

Zufrieden ist Werner Klemm mit der Antwort nicht: "Es kann doch nicht sein, dass die Rentenversicherung so schlampig arbeitet."

Um diesen Fehlbetrag von fünf Cent gab es jede Menge Stress.
Um diesen Fehlbetrag von fünf Cent gab es jede Menge Stress.  © Kristin Schmidt

Titelfoto: Kristin Schmidt

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