Wegen Schulneubau: Stehen Rummel, Zirkus & Co. vor dem Aus?

Schausteller-Chef KLaus Illgen (69) hofft, dass er nicht bald Trauerflor für den Hartmannplatz hissen muss.
Schausteller-Chef KLaus Illgen (69) hofft, dass er nicht bald Trauerflor für den Hartmannplatz hissen muss.  © Uwe Meinhold

Chemnitz - Pssssst! Dem Festplatz in der Hartmannstraße drohen Lärmschutzauflagen.

Der Grund: Bald werden Rummel, Zirkus und Co in direkter Nachbarschaft der geplanten Oberschule stattfinden. Damit die Schüler störungsfrei lernen können, soll draußen Ruhe herrschen - so die Pläne der Stadtverwaltung.

Schaustellerverband-Chef Klaus Illgen (69) sorgt sich: "Wenn Rummel oder Zirkus erst ab 17 Uhr starten dürfen und Bühnen erst dann aufgebaut werden können, kommt kein Riesenrad mehr nach Chemnitz, kein Zirkus Krone und kein Roland Kaiser open air. Dabei hat sich der Hartmannplatz als Veranstaltungsort gerade etabliert."

Das hat sich Chemnitz auch ordentlich was kosten lassen: 2007 war der Festplatz für 1,2 Millionen Euro saniert worden.

Das Hochbauamt bestätigte auf Anfrage der Fraktion der Linken, dass es "zeitliche Einschränkungen" beim Marktbetrieb geben wird. Fraktions-Chefin Susanne Schaper (39) ist sauer:"„Wir haben uns gegen den Bau einer Schule an der Hartmannstraße ausgesprochen, da wir unter anderem eine Beeinflussung des Marktwesens befürchtet haben." Statt Einschränkungen zu Lasten Schaussteller, solle die Stadt geeignete bauliche Lärmschutzmaßnahmen ergreifen. "Eine pauschale Verhängung von Ruhezeiten ist nicht hinnehmbar."

Klaus Illgen hofft auf ein klärendes Gespräch mit Baubürgermeister Michael Stötzer (44, Grüne): "Noch ist Zeit eine Lösung zu finden. Alles andere wäre sehr traurig für Chemnitz."

Woosn-Wirt Henric Bonesky und Bürgermeister Miko Runkel zapften im Herbst erstmalig auf dem Hartmannplatz an.
Woosn-Wirt Henric Bonesky und Bürgermeister Miko Runkel zapften im Herbst erstmalig auf dem Hartmannplatz an.  © Sven Gleisberg
Rummelspaß im Fahrgeschäft: Beim jüngsten Frühlingsfest tummelten sich rund 100.000 Besucher.
Rummelspaß im Fahrgeschäft: Beim jüngsten Frühlingsfest tummelten sich rund 100.000 Besucher.  © Sven Gleisberg

Titelfoto: Sven Gleisberg


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