Gästeführer haben in Chemnitz doppelt Grund zu feiern

Chemnitz - Gäste, Gäste - hier gibt's was zu sehen: Das Wochenende steht im Zeichen des diesjährigen Weltgästeführertags. Chemnitz nimmt als einzige Großstadt Sachsens teil - mit gleich zwei konkurrierenden Gästeführervereinen.

Freier Blick zum Himmel: Zur mondänen Inneneinrichtung des "Chemnitzer Hof" gehört auch ein aufschiebbares Glasdach.
Freier Blick zum Himmel: Zur mondänen Inneneinrichtung des "Chemnitzer Hof" gehört auch ein aufschiebbares Glasdach.  © Kristin Schmidt

"Der Chemnitzer hat es doch toll, wenn sich zwei Vereine übertreffen wollen", sagt Grit Linke (57) von "Chemnitzer Gästeführer". Sie führte bereits am Donnerstag durch den 1930 eröffneten "Chemnitzer Hof" (Theaterplatz 4): "Im Vergleich zum Opernhaus aus der Historismus-Epoche ist das Hotel ein Aufbruch in die Moderne: außen schlicht und innen mondän."

Das diesjährige Motto des Weltgästeführertags ist "BAUeinHAUS", es spielt auch auf das 100-jährige Jubiläum des nüchtern-funktionellen Bauhaus-Stils an. Den bietet das Chemnitzer Stadtbad (Mühlenstraße 27).

"Interessant ist, dass sein Bau damals wegen der Weltwirtschaftskrise gestoppt und es erst 1935 fertiggestellt wurde - dabei hatten die Nazis zuerst auf den Bau geschimpft", so Veronika Leonhardt (60) vom "Verein der Gästeführer" (VGC).

Sie führte Samstagnachmittag durch das Stadtbad, der Bauhaus-Stil war bei den Nationalsozialisten verhasst.

Der VGC bietet auch am Sonntag noch kostenlose Führungen. So gibt es im Industriemuseum (Zwickauer Straße 119) um 10.30 Uhr einen Vortrag zu Chemnitzer Architekten. Um 14 Uhr findet eine Führung in der Stiftskirche Ebersdorf (Mittweidaer Straße 79) statt.

Bauhaus-Stil und kontrovers: Gästeführerin Veronika Leonhard (60) zeigte das Chemnitzer Stadtbad.
Bauhaus-Stil und kontrovers: Gästeführerin Veronika Leonhard (60) zeigte das Chemnitzer Stadtbad.  © Maik Börner

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