Wird der Sonnenberg bald Chemnitz' schönstes Stadtviertel?

Direkt an der Zietenstraße, Ecke Fürstenstraße entsteht der neue "Alberti-Park".
Direkt an der Zietenstraße, Ecke Fürstenstraße entsteht der neue "Alberti-Park".  © Peter Zschage

Chemnitz - Licht und Schatten auf dem Sonnenberg: Schon wieder ist die Baustelle Zietenstraße verlängert worden. Aber die Stadt Chemnitz nimmt weiter Geld in die Hand und macht das 15.000-Einwohner-Viertel immer wieder ein Stück schöner. Sieht man sich die Fotos an, ist unser Sonnenberg auf dem besten Weg zu "Sonn Francisco".

Ärger an der Zietenstraße - die Baustelle bleibt noch länger, mindestens bis zum 15. Januar 2018. Hier werden derzeit neue Fernwärme-Leitungen verlegt, jetzt kamen noch Kanalsanierungen dazu. Das kostet insgesamt 2,8 Millionen Euro - und verflucht viele Nerven der Anwohner.

Ronny Meyer (46), Junior-Chef der "Bäckerei Meyer", hatte schon im Sommer geahnt: "Ich bezweifle, dass das hier bis November fertig wird." Meyer behielt recht. Sechs Wochen Bauverzug stehen schon mal fest.

Ein Blick in die Zietenstraße: Bis Mitte Januar 2018 beherrschen hier noch Bagger und Bauarbeiter das Bild.
Ein Blick in die Zietenstraße: Bis Mitte Januar 2018 beherrschen hier noch Bagger und Bauarbeiter das Bild.  © Peter Zschage

Aber: Dafür wird auch einiges hübsch gemacht. Direkt neben der Problem-Baustelle entsteht seit Montag eine grüne Oase.

Der "Alberti-Park", benannt nach einem ehemaligen Pfarrer der benachbarten Markus-Kirche, entsteht hier bis Juni 2018. Optisches Highlight wird der Brunnen "Haarwäsche" sein. Gesamtkosten: rund 370.000 Euro.

Vorwärts geht es auch auf einem ehemaligen Problem-Platz: Der Lessingplatz wird in den nächsten zwei Jahren noch schicker. Linken-Stadträtin Susanne Schaper (39) hatte sich Sorgen um die Barriere-Freiheit für Rollstuhlfahrer gemacht.

Baubürgermeister Michael Stötzer (45, Grüne) hatte frohe Kunde: "2018 und 2019 sind Maßnahmen zur Umgestaltung der Straßen am Lessingplatz geplant."

Zuerst werden neue Abwasserkanäle und Trinkwasserleitungen verlegt, danach die Zugänge zum beliebten Treffpunkt barrierefrei umgebaut. Die Kosten stehen noch nicht fest.

Der Blick in die Zietenstraße erinnert an die steilen Straßen von San Francisco. Hier: Die Lombard Street im kalifornischen San Francisco.
Der Blick in die Zietenstraße erinnert an die steilen Straßen von San Francisco. Hier: Die Lombard Street im kalifornischen San Francisco.
Treibt die Projekte voran: Baubürgermeister Michael Stötzer (43, Parteilos)
Treibt die Projekte voran: Baubürgermeister Michael Stötzer (43, Parteilos)  © Sven Gleisberg

Anwohner-Protest treibt Blüten

Ein bisschen Spaß muss sein, bei allem Ärger über die löchrige Zwönitzstraße. Lothar Lauterbach (75) "begrünt" die Krater im Asphalt.
Ein bisschen Spaß muss sein, bei allem Ärger über die löchrige Zwönitzstraße. Lothar Lauterbach (75) "begrünt" die Krater im Asphalt.  © Kristin Schmidt

Selbst ist der Mann, sagt sich Lothar Lauterbach. Weil den 75-Jährigen die Schlaglöcher in der Zwönitzstraße in Altchemnitz schon lange ärgern, "verschönerte" er die Bröselpiste eigenhändig.

"Ich habe mir die Schubkarre gepackt, Blumen aufgeladen und die Schlaglöcher begrünt", erzählt Lothar Lauterbach.

"Von Autofahrern und Anliegern bekam ich Zuspruch." Mittlerweile sind die Grünpflanzen wieder verschwunden. Die Forderung nach einer ordentlichen Straße aber nicht.

22 Anwohner haben eine Eingabe ans Rathaus unterschrieben. "Das sind immerhin 85 Prozent der Anwohner", so Lauterbach. Eine Antwort habe er zwar noch nicht bekommen. "Aber die Löcher, die teilweise aussehen wie ein Steinbruch, müssen weg."


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