Kleine Bahnhöfe nicht barrierfrei: Politiker sauer

Sieht aus wie eine Sprungschanze, ist aber die Treppe zum Haltepunkt Wittgensdorf. Unmöglich zu erklimmen für Behinderte, findet Kai Tietze (52, Linke)
Sieht aus wie eine Sprungschanze, ist aber die Treppe zum Haltepunkt Wittgensdorf. Unmöglich zu erklimmen für Behinderte, findet Kai Tietze (52, Linke)  © Peter Zschage

Chemnitz - Der Neubau des Haltepunktes am Oberen Bahnhof in Wittgensdorf stößt Behinderte vor den Kopf. Und auch der Halt Kinderwaldstätte bräuchte eine Kur.

Die Deutsche Bahn baut derzeit am Oberen Bahnhof Wittgensdorf neue Bahnsteige, die 45 Stufen zu erklimmen sind. "Für Menschen mit Einschränkungen, Rollstuhlfahrer, Eltern mit Kinderwagen ist es anstrengend oder unmöglich, den Bahnsteig zu erreichen", so Stadtrat Kai Tietze (52, Linke).

Nicht viel besser steht es um den Haltepunkt Kinderwaldstätte. "Der Bahnhof ist nicht barrierefrei. Nachts ist es finster", sagt Stadtrat Gordon Tillmann (45, FDP).

Laut Rathaus baut die Bahn nur dann barrierefrei aus, wenn mehr als 1000 Fahrgäste pro Tag an den Stationen gezählt werden.

"Die Stadt Chemnitz teilt die Kritik und hat alle ihr zur Verfügung stehenden Möglichkeiten genutzt, im Zuge der Ausbauplanung der Bahn auf eine andere Lösung zu drängen. Dies blieb leider erfolglos", so ein Rathaussprecher.

In der Stadt leben derzeit rund 45.000 Menschen mit Behinderung, 29 221 davon gelten als schwerbehindert.

Auch der Haltepunkt Kinderwaldstätte ist nicht barrierefrei, kritisiert FDP-Stadtrat Gordon Tillmann (45).
Auch der Haltepunkt Kinderwaldstätte ist nicht barrierefrei, kritisiert FDP-Stadtrat Gordon Tillmann (45).  © Peter Zschage

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