"Das war nicht staatlich angezettelt, aber es war eine Hetzjagd auf Menschen"

Berlin/Chemnitz - Der Antisemitismus-Forscher Wolfgang Benz fühlt sich durch die ausländerfeindlichen Übergriffe in Chemnitz an die Novemberpogrome von 1938 erinnert.

Der Antisemitismus-Forscher Wolfgang Benz fühlt sich durch die ausländerfeindlichen Übergriffe in Chemnitz an die Novemberpogrome von 1938 erinnert.
Der Antisemitismus-Forscher Wolfgang Benz fühlt sich durch die ausländerfeindlichen Übergriffe in Chemnitz an die Novemberpogrome von 1938 erinnert.  © DPA

"Das war nicht staatlich angezettelt, aber es war eine Hetzjagd auf Menschen", sagte der renommierte Historiker der Deutschen Presse-Agentur zu den Ereignissen in Chemnitz. "Es geht nicht gegen Juden, aber es zeigt, wie leicht Pogrome entstehen können, und wie leicht ein Mob gebildet und in Wallung gesetzt werden kann."

In Chemnitz war am 26. August ein 35-Jähriger mutmaßlich von Asylbewerbern erstochen worden, danach kam es zu Protesten und rechtsextremen Übergriffen. Die Frage, ob auch Hetzjagden auf Migranten stattfanden, ist heftig umstritten. Der soeben in den einstweiligen Ruhestand geschickte Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen hatte dies bestritten.

Benz leitete von 1990 bis 2011 das Zentrum für Antisemitismusforschung an der Technischen Universität Berlin. Inzwischen ist er im Ruhestand. Zuletzt erschien von ihm "Gewalt im November 1938: Die "Reichskristallnacht" - Initial zum Holocaust".

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