Kampf um Rückhaltebecken an der Würschnitz: Jetzt ist Kretschmer gefragt

Chemnitz - An der Würschnitz tut sich was: In der Annaberger Straße ist nach einem halben Jahr Vollsperrung der Baufortschritt der Hochwasserschutz-Maßnahmen deutlich sichtbar.

Ralf Kirchübel (59) von der Bürgerinitiative sieht die neu gebauten Hochwasser-Schutzmauern an der Würschnitz mit Skepsis.
Ralf Kirchübel (59) von der Bürgerinitiative sieht die neu gebauten Hochwasser-Schutzmauern an der Würschnitz mit Skepsis.  © Maik Börner

Für die Bürgerinitiative Hochwasserschutz heißt das keinesfalls Entwarnung. Im Gegenteil, sie hofft auf den Ministerpräsidenten als letzten Trumpf im Kampf um ein großes Regenrückhaltebecken.

"Wenn so viel Wasser wie 2010 kommt, dann verschlimmern die Baumaßnahmen die Situation eher", sagt BI-Sprecher Ralf Kirchübel (59). Doch ein Rückhaltebecken lehnt die Landestalsperrenverwaltung ab.

Auch Sachsens Umweltminister Thomas Schmidt (58) hob die Hände. "Im Wahlkampf haben wir Ministerpräsident Michael Kretschmer von unserer Situation erzählt. Er hat versprochen, sich sachkundig zu machen. Wir haben ihn zu einem Ortsbesuch eingeladen und hoffen nun darauf, dass er kommt", so Kirchübel. "Der Bau eines Beckens ist nur noch über eine politische Entscheidung machbar."

Derweil erhält die Bürgerinitiative auch Unterstützung der Landtagsabgeordneten Ines Saborowski (52, CDU) und Volkmar Zschocke (50, Grüne). Beide Politiker streben eine Konferenz aller Anliegergemeinden der Würschnitz an. "Ich verstehe die Ängste der Leute. Aufgeben ist keine Option.

In einer Studie wurden viele kleine Maßnahmen im Einzugsbereich genannt, die zu einem verbesserten Schutz führen können", so Saboroski. Auch Volkmar Zschocke setzt auf großräumige Maßnahmen: "Wir brauchen einen Paradigmenwechsel zu Hochwasserschutz auf der ganzen Fläche."

Wieder befahrbar: Zeitgleich zu den Arbeiten am Hochwasserschutz wurde auch die Straßenführung der Annaberger Straße verändert.
Wieder befahrbar: Zeitgleich zu den Arbeiten am Hochwasserschutz wurde auch die Straßenführung der Annaberger Straße verändert.  © Maik Börner
Sachsen-MP Michael Kretschmer (44, CDU) wurde von der Bürgerinitiative nach Harthau eingeladen.
Sachsen-MP Michael Kretschmer (44, CDU) wurde von der Bürgerinitiative nach Harthau eingeladen.  © imago/photothek

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