Chemnitz zittert wieder um seine Schwäne

Bootsstations- Chef Falko Hirsch (42) beobachtet das Treiben der Nerze seit Jahren. Er hat auch diesmal wieder kleine Entenküken tot aufgefunden.
Bootsstations- Chef Falko Hirsch (42) beobachtet das Treiben der Nerze seit Jahren. Er hat auch diesmal wieder kleine Entenküken tot aufgefunden.

Von Caroline Staude

Chemnitz - Wer am Schlossteich spazieren geht, der kann Glück haben und die stolze Schwanenfamilie beobachten. Sieben Küken hat das Schwanenpaar - noch!

Denn die Angst um die tierische Attraktion ist wie schon vergangenes Jahr groß: Noch immer treiben amerikanische Nerze, Minke genannt, ihr Unwesen. Auf deren Speiseplan stehen Stockenten, Haubentaucher - und Schwanenküken.

Der flinke Nerz wirkt recht unschuldig. Ist er aber nicht, weiß Falko Hirsch (42), Chef von Milchhäuschen und Gondelstation am Schlossteich. „Die Schwäne sind in diesem Jahr zwar schlauer geworden, halten sich an Land vor allem auf gemähten Flächen auf, dennoch bleibt die Angst um die Jungtiere.“

Auch an Land müssen die Tiere achtgeben.
Auch an Land müssen die Tiere achtgeben.

Mitarbeiter des Grünflächenamts hätten 2015 mit Lebendfallen sechs Nerze eingefangen.

„Was mit denen passiert ist, weiß ich nicht“, sagt Hirsch. „Aber alle konnten nicht gefangen werden und die fallen jetzt wieder über die Enten und Schwäne her.“ Reste toter Entenküken habe er in den vergangenen Tagen immer wieder auf dem Gelände gefunden. „Von den Stockentenpärchen hat nur noch eines Junge, die anderen beiden nicht mehr.“

Was mit den gefangenen Minken passiert ist, darüber will die Stadt auf Anfrage keine Auskunft geben. Auch die Anzahl der gefangenen Tiere könne man keine Angaben machen.

„Darüber wird keine Statistik geführt“, so die Pressestelle lapidar. Wie groß die Mink-Population derzeit noch ist, wisse man auch nicht. „Die Zählung müsse in der Dämmerung erfolgen. Der personelle Aufwand dafür ist jedoch zu groß.“

Auch Waschbären fühlen sich bei uns heimisch, treiben sich immer öfter in Städten herum. Schwarze Eichhörnchen verdrängen die einheimischen mit roter Fellfarbe. (li.)
Auch Waschbären fühlen sich bei uns heimisch, treiben sich immer öfter in Städten herum. Schwarze Eichhörnchen verdrängen die einheimischen mit roter Fellfarbe. (li.)
Frech klettert ein Nerz in ein Boot auf dem Schlossteich.
Frech klettert ein Nerz in ein Boot auf dem Schlossteich.

Fotos: Wolfgang Schmelzer, Falko Hirsch, Uwe Meinhold, Harry Härtel


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