Zschopauer droht Haft: Bewährung gibt's nur, wenn er nüchtern und angezogen bleibt

Chemnitz/Zschopau - Pierre R. (45) sorgte bei seinen Nachbarn für unerhört nackte Tatsachen: Zweimal soll er Anwohnerinnen in Zschopau durch seine Freizügigkeit belästigt und genötigt haben. Deswegen droht ihm eine halbjährige Haftstrafe.

Pierre R. (45) ist ein vorbestrafter Entblößer.
Pierre R. (45) ist ein vorbestrafter Entblößer.  © Harry Härtel/Haertelpress

Immer wenn der gelernte Industriemechaniker zum Alkohol greift, scheint er eine "Textil-Phobie" zu bekommen. Nur mit einer Sporthose bekleidet, marschierte er durchs Mehrfamilienhaus und belästigte Frauen.

Ein Opfer beobachtete durch den Türspion, wie er sein Geschlechtsteil manipulierte. Im zweiten Fall wollte er mit einer anderen Frau in Kontakt treten, klingelte an der Tür. Beim Öffnen stellte er den Fuß in die Tür. Mithilfe ihrer Tochter konnte das Opfer den verrückten Nackedei vertreiben.

Pierre R. hat eine attestierte Persönlichkeitsstörung, absolvierte zuletzt eine Suchttherapie. "Eine Verhaltenstherapie macht erst nach längerer Abstinenz Sinn", erklärt Psychologe Markus M. (44).

Richter Markus Zimmermann wollte also von Pierre R. wissen: "Waren Sie denn nach Ihrer letzten Therapie tatsächlich abstinent?" Der vorbestrafte Entblößer bejahte und beteuerte Besserung: "Ich habe jetzt einen Job und will neu anfangen."

Dem Vorsitzenden reichte das nicht. Er forderte regelmäßige Alkohol-Tests durch TÜV oder DEKRA. "Wenn Sie mir in einem halben Jahr vier Tests vorlegen, die beweisen, dass Sie keinen Alkohol getrunken haben, stelle ich die Strafe zur Bewährung aus."

Für Pierre R. heißt es nun bis November: stark bleiben - und das mit möglichst viel Bekleidung.

Mehr zum Thema Gerichtsprozesse Chemnitz: