Zur Tüte gibt's flotte Sprüche: Mit Marktschreiern ist nicht zu feilschen

Chemnitz - Marktschreier, die nicht handeln wollen, und ein Blumenkönig, der sich verspätet - das Marktschreier-Festival auf dem Neumarkt begann durchwachsen.

Wurst-Achim verkauft seine Fleischwaren lautstark für 15 oder 20 Euro.
Wurst-Achim verkauft seine Fleischwaren lautstark für 15 oder 20 Euro.  © Uwe Meinhold

Wurst-Achim nennt sich selbst "das lauteste Lebewesen". Seine Sprüche sorgen für Lacher: "Gestern erst gestohlen, die Salami in Polen. Kommt nach vorne, ihr Stimmungskanonen."

Doch trotz der spanischen, ungarischen und Hamburger Salami für 15 oder 20 Euro laufen die Geschäfte schleppend.

Dann stört auch noch Peter Reichel (38) den Marktschreier. Der Veganer und Mitbegründer der Gruppe "Gemeinwohl-Ökonomie" stellt sich vor den Wurst-Wagen, ruft: "Tote Tiere sind nichts Gesundes!"

Keiner will ihm so recht zuhören. Gisela Förster (71) versucht die Wursttüte von 15 auf 10 Euro runterzuhandeln. Doch Achim sagt strikt Nein. "Eigentlich schade", findet die Kundin und geht.

Doch auch Aal-Ole, Nudel-Donald oder Naschkram-Ben lassen sich auf keine Rabatte ein: "Wir sind hier doch nicht auf dem türkischen Basar", meint Achim.

Einige Kunden haben dennoch Spaß. Wie Volker Hartmann (64), der eine große Tüte Süßigkeiten wegschleppt. "Die machen das schon gut. Die Preise sind geil."

Ansonsten gibt es genug lockere Sprüche. Wie bei der Wurst: "Bei uns kaufen Sie nicht die Katze im Sack, sondern im Darm." Die Marktschreier bleiben noch bis Sonnabend - ab Donnerstag auch mit Blumen.

Bei Naschkram-Ben gibt's Süßigkeiten und Knabbereien in der Tüte.
Bei Naschkram-Ben gibt's Süßigkeiten und Knabbereien in der Tüte.  © Uwe Meinhold
Ist das 'ne Wurst: Horst Klein (70) kaufte bei den Marktschreiern.
Ist das 'ne Wurst: Horst Klein (70) kaufte bei den Marktschreiern.  © Uwe Meinhold

Titelfoto: Uwe Meinhold

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