Schlaglochalarm! Kaputte Straßen fressen Löcher in die Stadtkassen

Fordert ein Notprogramm zum Straßeflicken: Mischa Woitscheck, Chef des Städte- und Gemeindetages.
Fordert ein Notprogramm zum Straßeflicken: Mischa Woitscheck, Chef des Städte- und Gemeindetages.  © Andreas Weihs

Chemnitz/ Zwickau - Kaum erlebt Sachsen wieder einen richtigen Winter, droht dem Straßennetz der Kollaps. Loch reiht sich an Loch, egal ob man nach Chemnitz, Zwickau, ins Erzgebirge oder nach Dresden blickt.

Am Donnerstag trafen sich die Straßenbau-Chefs aller Landkreise zu einem ersten "Krisengipfel" in Dresden. Nach ihren vorläufigen Schätzungen werden rund 30 Millionen Euro nur fürs Ausbessern der bröckelnden Kreisstraßen benötigt.

In Chemnitz beziffern Experten den Finanzbedarf, um das Straßennetz komplett sanieren zu können, auf satte 200 Millionen Euro.

Zwickau meldet einen Bedarf von rund 100 Millionen Euro, wie Tiefbauamtsleiter Thomas Pühn (51) vorsichtig überschlägt. Geld, was in beiden Kommunen in dieser Größenordnung derzeit gar nicht vorhanden ist.

Zwickau will eine Million Euro ausgeben, "um die schlimmsten Winterschäden beseitigen zu können", so Pühn. Wenn das nicht reicht, könnte man nachlegen.

Loch an Loch: Selbst in der Chemnitzer Innenstadt hat der Frost den Fahrbahnen 
zugesetzt. So auch auf dem Innenstadtring.
Loch an Loch: Selbst in der Chemnitzer Innenstadt hat der Frost den Fahrbahnen zugesetzt. So auch auf dem Innenstadtring.  © Maik Börner

Chemnitz plant für das Löcherstopfen sogar fünf Millionen Euro ein. Doch damit allein ist es nicht getan. "Wir müssten viele Straßen grundhaft erneuern", weiß Pühn um das Dilemma.

In Dresden mussten gar Abschnitte der stark frequentierten Caspar-David-Friedrich-Straße für den Schwerlast- und Linienbus-Verkehr gesperrt werden - wegen Löchern und Tragfähigkeitsproblemen. Veronika Lowke, Vize-Chefin des Sächsischen Landkreistages sagt: "Alle Landkreise sind betroffen."

Die Schäden an Staats- und Bundesstraßen werden derzeit noch erfasst. Der Amtsleiter des Erzgebirgskreises, Thomas Bretschneider, stellt fest: "Über die Hälfte der Staatsstraßen im Erzgebirgskreis sind in einem mangelhaften Zustand."

Der Chef des Städte- und Gemeindetages, Mischa Woitscheck, begrüßt deshalb die Absicht des Wirtschaftsministeriums, ein Sonderprogramm zum Straßen-Flicken aufzulegen.

Das beliebte Kaßberg-Viertel bleibt natürlich nicht verschont. Auf der 
Ulmenstraße klafft dieses Schlagloch.
Das beliebte Kaßberg-Viertel bleibt natürlich nicht verschont. Auf der Ulmenstraße klafft dieses Schlagloch.  © Maik Börner
So schlimm wie in diesem Jahr waren die Winterschäden an den Straßen lange nicht.
So schlimm wie in diesem Jahr waren die Winterschäden an den Straßen lange nicht.  © Peter Zschage

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