Chemnitzer Baustellen kennen keine Ferien

Chemnitz- Sommerferien bedeuten in der Stadt vor allem eines: Baustellenhochzeit. Derzeit gibt es 15 Vollsperrungen in Chemnitz und seinen Ortsteilen. Am Montag kommt sogar noch eine an der Berbisdorfer Straße dazu. Doch Sanierungen in der Ferienzeit stellen Baufirmen vor große Herausforderungen.

In die Gasleitungs-Erneuerung in der Annaberger Straße investiert "eins" mehrere tausend Euro.
In die Gasleitungs-Erneuerung in der Annaberger Straße investiert "eins" mehrere tausend Euro.  © Maik Börner

So gleicht Harthau einem gespaltenen Ortsteil: An der Würschnitz sorgt die Landestalsperrenverwaltung (LTV) für Hochwasserschutz, an der nahen Annaberger Straße/B 95 wird die Straße erneuert, ein definitives Ende ist erst ab 2020 in Sicht.

"Die Baumaßnahmen am rechten Ufer der Würschnitz verlaufen planmäßig. Die eigentlichen Arbeiten zum Hochwasserschutz werden erst nach Beendigung der Vollsperrung der B 95 von der Baustraße im Gewässer aus realisiert. Hierfür sowie für den geplanten Neubau eines Fußgängerweges ist nur noch eine halbseitige Straßensperrung erforderlich. Deren Fertigstellung ist für September 2020 geplant", so eine LTV-Sprecherin zu der 2,1 Millionen teuren Maßnahme.

Die anderen Bauarbeiten in der "Annaberger" - Fahrbahnsanierung und Gasleitungsverlegungen zwischen der Rößler- und Heinrich-Lorenz-Straße - gehen zum Glück auch voran. "Wir investieren hier rund 30 000 Euro in die Erdgasversorgung", sagt Christian Stelzmann (40), Sprecher des regionalen Energieversorgers "eins". Dieser betreibt unter anderem ein 7 300 Kilometer langes Erdgasnetz.

Stelzmann: "Bis zu 90 Millionen Euro verwenden wir jährlich zur Versorgungssicherung. Wichtig ist das Miteinander: Wir koordinieren unsere Maßnahmen immer auch mit der Stadt."

Dauert noch bis mindestens September 2020: Die Hochwasserschutz-Bauarbeiten an der Würschnitz.
Dauert noch bis mindestens September 2020: Die Hochwasserschutz-Bauarbeiten an der Würschnitz.  © Maik Börner

Und die hat gute Gründe, die Baumaßnahmen in die Sommerferien zu verlegen. "Die Straßenbauarbeiten an der verkehrlichen Infrastruktur werden in den Sommermonaten bevorzugt, da der Berufsverkehr gemindert ist. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die frostfreie Wetterlage", heißt es aus dem zuständigen Dezernat 6 von Baubürgermeister Michael Stötzer (46, Grüne).

Bei den ausführenden Baufirmen ist die Stimmung allerdings anders. "Starke Schwankungen – sowohl zu wenig Arbeit im Winter, als auch zu viele Aufträge und Arbeit in den Sommerferien – stellen uns vor große Schwierigkeiten", sagt Linda Hüttner (40), Geschäftsführerin des Chemnitzer Bauunternehmens "Gunter Hüttner" (Annaberger Straße 218). Es führt unter anderem Bauaufträge von "eins" in der Paul-Jäkel- und der Stollberger Straße aus.

Ein maßgebliches Dilemma: "Sehr viele Mitarbeiter haben schulpflichtige Kinder, diejenigen müssen während der Ferien ihren Urlaub planen. Wir haben dort also viel weniger Leute für viel mehr anstehende Arbeit, das ist nicht zu stemmen. Und wenn im Herbst und im Frühjahr die ganze Mannschaft an Bord ist, gibt es weniger zu tun", so die Diplom-Ingenieurin Hüttner.

Kümmert sich um den "eins"-Kanalbau in der Paul-Jäkel-Straße: Bauleiter Marius Roch (27) vom Chemnitzer Bauunternehmen "Gunter Hüttner".
Kümmert sich um den "eins"-Kanalbau in der Paul-Jäkel-Straße: Bauleiter Marius Roch (27) vom Chemnitzer Bauunternehmen "Gunter Hüttner".  © Maik Börner
Findet die Auftragsballung in den Sommerferien nicht optimal: Diplom-Ingenieurin Linda Hüttner (40).
Findet die Auftragsballung in den Sommerferien nicht optimal: Diplom-Ingenieurin Linda Hüttner (40).  © Uwe Meinhold

Mehr zum Thema Chemnitz:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0