Was hecken diese Computer-Hacker aus?

A.T.E.O.T.U.: Im Schönecker „Hackspace at the End of the Universe“ repariert Christian Noack (21) kalte Lötstellen.
A.T.E.O.T.U.: Im Schönecker „Hackspace at the End of the Universe“ repariert Christian Noack (21) kalte Lötstellen.

Von Martin Friedemann

Chemnitz - Sind Hacker nur Computer- und Technikbesessene mit bösen Absichten? Von wegen! MOPO24 schaute bei einigen vorbei - und erhielt Einblick in ihre Treffpunkte, die sogenannten „Hackspaces“ oder „Hacklabs“.

„Wir unterhalten eine offene Bastelwerkstatt“, beschreibt Florian Schlegel (28) den „Chaostreff Chemnitz“ (Augustusburger Straße 102). In der 19 Quadratmeter großen Werkstatt finden sich unter anderem eine CNC-Fräse, ein 3-D-Drucker und Werkzeug.

„Hier soll jeder sein kreatives Projekt umsetzen können“, hofft der Elektrotechniker, der hauptberuflich bei der TU angestellt ist.

So bastelten die 17 - bisher ausschließlich männlichen - Chaostreff-Mitglieder auch schon einen Kameraroboter für eine Kunstausstellung.

Ruhige Hände sind Trumpf: Im „z-labor“ schleift sich Christopher Taudt (28) Kunststoffteile zurecht.
Ruhige Hände sind Trumpf: Im „z-labor“ schleift sich Christopher Taudt (28) Kunststoffteile zurecht.

Die dem Chaos Computer Club (CCC) nahestehende Gruppe meint: „Ein Hacker will nicht schaden, sondern kreative Problemlösungen durch Technik - oder auf Missbrauch und Missstände hinweisen.“

Kreative Räume auch in Schöneck: Dort gibt es jetzt H.A.T.E.O.T.U., den „Hackspace at the End of the Universe“ (Hackerplatz am Ende des Universums).

Software-Systemadministrator Michael Saalfrank (35) ist treibende Kraft. Derzeit veranstaltet er viele Workshops, von Fernseher-Basteleien bis zu App-Entwicklungen.

Im Kabelsalat zwischen Spannungsmesser und Lötkolben: Thomas Walz (21) lötet im Chaostreff Chemnitz an neuen Bauteilen
Im Kabelsalat zwischen Spannungsmesser und Lötkolben: Thomas Walz (21) lötet im Chaostreff Chemnitz an neuen Bauteilen

Mindestens zehn Technikbegeisterte sind immer dabei. Michael Saalfrank: „Mittlerweile könnten wir jede Woche einen Kurs machen.“

Auch in Zwickau herrscht Pioniergeist: Dort betreiben Hacker um Christopher Taudt (28) das Hackerspace „z-labor“. Haupttätigkeiten: „Vor allem Löten und das Basteln an persönlichen Technik-Projekten“, so Taudt.

„Wir nennen uns auch ,Maker‘. Das ist jemand, der Sachen aus Dingen erfindet, die dafür nicht gedacht waren.“

Spaß und Lust am Basteln: Christoph Lehmann (28), Thomas Walz (21), Mike Stummvoll (23) und Florian Schlegel (28), Mitglieder des Chaostreffs Chemnitz, beim gemeinsamen Programmieren
Spaß und Lust am Basteln: Christoph Lehmann (28), Thomas Walz (21), Mike Stummvoll (23) und Florian Schlegel (28), Mitglieder des Chaostreffs Chemnitz, beim gemeinsamen Programmieren

Foto: Maik Börner, Christopher Taudt, GK Software AG,