Abstieg, Insolvenz und Siegesserie: So erlebte CFC-Coach Bergner die Achterbahnfahrt

Chemnitz - Seit einem Jahr ist David Bergner als CFC-Trainer im Amt. Das ursprüngliche Ziel, den Drittliga-Abstieg zu verhindern, verpasste er. In 18 Spielen kassierte seine Elf elf Niederlagen, nur vier Mal gingen die Chemnitzer als Sieger vom Platz.

Seit einem Jahr steht David Bergner als CFC-Trainer an der Seitenlinie. Anfang Januar 2018 löste er den erfolglosen Horst Steffen ab, konnte den Abstieg aber nicht verhindern. Aktuell stehen die Weichen auf direkter Wiederaufstieg.
Seit einem Jahr steht David Bergner als CFC-Trainer an der Seitenlinie. Anfang Januar 2018 löste er den erfolglosen Horst Steffen ab, konnte den Abstieg aber nicht verhindern. Aktuell stehen die Weichen auf direkter Wiederaufstieg.  © Picture Point/Kerstin Dölitzsch

"Natürlich hatte ich mir das anders und besser vorgestellt. Wie alles gelaufen ist, war sehr traurig. Das hat mich sehr mitgenommen", sagt Bergner rückblickend.

Eine der wenigen Sternstunden war das 5:0 in Erfurt. Zwei Tage später, am 10. April, stellte der Vorstand beim Amtsgericht den Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Der letzte Hoffnungsfunken erlosch.

Bergner blieb in schwierigen Zeiten positiv, haderte nicht mit der Situation, blickte optimistisch nach vorn. "Das ist mein Naturell. Für mich ist das Glas stets halbvoll und nicht halbleer", betont der Chefcoach:

"Mein Credo ist, den Jungs zu helfen, sie weiterzuentwickeln. Das ist mir trotz Abstiegs gelungen. Einige Jungs, mit denen ich zusammengearbeitet habe, sind in der dritten Liga geblieben, andere eine Klasse höher gewechselt", erinnert er an Spieler wie Maurice Trapp, Janik Bachmann, Florian Hansch oder Tom Baumgart.

Was Bergner außerdem positiv hervorhebt: "Wir haben uns nie abschlachten lassen, sondern mit Abstand aus der Liga verabschiedet. Das letzte Heimspiel gegen Rostock war Gänsehaut pur und ein klares Signal, dass der CFC so schnell wie möglich wieder in die dritte Liga muss." Am direkten Wiederaufstieg arbeitet Bergner seit sieben Monaten.

2008 lief David Bergner (r.) noch als Spieler an der Gellertstraße auf. Am 4. März gewann er mit Halle 1:0 und schoss das Siegtor. Hier klärt er vor Steffen Kellig.
2008 lief David Bergner (r.) noch als Spieler an der Gellertstraße auf. Am 4. März gewann er mit Halle 1:0 und schoss das Siegtor. Hier klärt er vor Steffen Kellig.  © picture point/Sven Sonntag

Trotz des Abstiegs durfte er bleiben. Sein Konzept überzeugte. Für Sportvorstand Thomas Sobotzik und Insolvenzverwalter Klaus Siemon war ein Wechsel des Trainerduos Bergner/Sreto Ristic nie ein Thema.

Der sportliche Erfolg gibt allen Recht. 51 Punkte nach 19 Spieltagen, zwölf Zähler Vorsprung auf den Zweiten Berliner AK 07 und erstmals seit Jahren keine Relegation - es müsste mit dem Teufel zugehen, wenn Chemnitz ab Sommer nicht wieder auf der Drittliga-Landkarte erscheint.

"Wir können auf das Erreichte stolz sein. Dass wir die Ausgliederung so gut hinbekommen haben und mit 51 Punkten in die restlichen 15 Spiele gehen, davor ziehe ich den Hut", erklärt Bergner, den das vergangene Jahr viel Demut gelehrt hat:

"Was ich 2018 erlebt habe, wird so häufig nicht vorkommen. Man hat gesehen, wie schnell es im Fußball noch oben und nach unten gehen kann. Als Trainer musst du einen gesunden Mittelweg finden."

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