Beutels Bilanz: „Noch nicht das Niveau, das wir erwarten“

CFC-Sportdirektor Stephan Beutel ist nicht zufrieden mit dem bisherigen Saisonverlauf.
CFC-Sportdirektor Stephan Beutel ist nicht zufrieden mit dem bisherigen Saisonverlauf.

Von Olaf Morgenstern

Chemnitz - CFC-Sportdirektor Stephan Beutel ging im Sommer fleißig auf Einkaufstour und holte zwölf Neue nach Chemnitz. Wie er die Neuzugänge einschätzt und das erste Drittel der Saison bewertet, verriet der 49-Jährige im Gespräch mit der MOPO.


MOPO: 16 Punkte nach zwölf Spieltagen - sind Sie mit dieser Ausbeute zufrieden?

Beutel: „Nein, bin ich nicht. Wir haben den einen oder anderen Zähler liegen gelassen, als wir gute Spiele ablieferten, aber leer ausgingen. Danach kam eine etwas schwierigere Phase, aus der wir uns herausarbeiten konnten. Wir müssen in unseren Leistungen stabiler werden und sind noch nicht auf dem Niveau, das wir von uns selbst erwarten.“

MOPO: Der CFC hat überraschend viele Gegentore kassiert. Wurden der Weggang von Dan-Patrick Poggenberg und die lange Verletzungspause von Tom Scheffel falsch eingeschätzt?

Beutel: „Es gibt genügend Alternativen. Wir haben auch schon verschiedene Varianten versucht. In der Vorsaison waren wir eingespielt und sehr stabil. Jetzt haben wir offensiv sicher mehr Möglichkeiten, aber defensiv eben auch ein paar Probleme. Im Moment gelingt es uns einfach nicht, zu Null zu spielen. Diese Baustelle wurde erkannt, wir arbeiten im Training hart daran.“

MOPO: 23 Gelbe Karten - in der Fairplay-Tabelle liegt der CFC damit auf Rang 5. Ist die Mannschaft zu brav?

Beutel: „Das glaube ich nicht. Wir spielen einen fairen Fußball. Außerdem helfen viele Gelbe Karten der Mannschaft nicht, weil sie mit Freistößen und Sperren verbunden sind. Viele oder wenige Verwarnungen sind für mich kein Ausdruck von Souveränität oder Qualität einer Mannschaft.“

MOPO: Zwölf neue Spieler wurden verpflichtet - nur wenige haben sich auf Anhieb durchgesetzt ...

Beutel: „Wenn die gesamte Mannschaft die Erwartungen nicht gänzlich erfüllt, trifft das natürlich auch auf die Neuzugänge zu. Ohne konkrete Namen nennen zu wollen: Einige haben sich toll entwickelt, einige haben noch Luft nach oben. Ausfälle von Frank Löning, Tom Scheffel oder Kevin Conrad konnten wir deshalb nicht 1:1 kompensieren.“

MOPO: Der Pokal-Kracher in Dresden steht vor der Tür. Was rechnet sich der CFC gegen das Top-Team der 3. Liga aus?

Beutel: „Wir lamentieren nicht über das schwerste Los, das im Topf war, sondern es überwiegt die Lust. Wir gehen diese Partie an wie ein Drittliga-Spiel und wollen uns so teuer wie möglich verkaufen. Uns erwartet am Freitagabend eine tolle Atmosphäre, ein Flutlichtspiel, ein packender Pokalkampf. Genau wegen solcher Spiele übt man diesen Beruf aus.“

Foto: Kerstin Kummer


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