Chemnitzer Firma installiert ein Meisterstück an Nachhaltigkeit

Präzisionsarbeit: Der 17,5 Meter hohe 
Solartank kurz vor der Installation.
Präzisionsarbeit: Der 17,5 Meter hohe Solartank kurz vor der Installation.  © Peter Zschage

Chemnitz - Ein dickes Ding! Am Freitag installierte das Chemnitzer Bauunternehmen FASA einen 195.000 Kubikmeter Wasser fassenden Solartank im Schlossviertel. Damit hat die Stadt nun den wohl größten Wärmespeicher Deutschlands.

„Das ist kein Ponyhof, das ist Champions League!“, freut sich FASA-Projektberater René Krauß (42). Der Mega-Tank ist Teil eines solarbeheizten Aktivsonnenhauses in der Salzstraße 36.

Elf Eigentumswohnungen entstehen hier - und sind bereits vergeben. Herr Krauß: „Das sind auch keine knallharten Ökos, eher nachhaltig bewusste Leute im Alter von 35 bis 70, für die sich die Kosteneinsparungen rentieren.“

Der Wohnungspreis hat es daher in sich: Zwischen 2400 und 2500 Euro kostet ein Quadratmeter, ein Solar-Apartment bietet knapp 110 Quadratmeter Wohnfläche.

FASA-Projektleiter René Krauß (42) freut sich über den 
Wärmespeicher aus der Schweiz.
FASA-Projektleiter René Krauß (42) freut sich über den Wärmespeicher aus der Schweiz.  © Peter Zschage

Die Kollektorfläche des Wärmespeichers ist 180 Quadratmeter angesetzt. Und wer hat‘s erfunden? Die Schweizer.

Die 70 Mitarbeiter starke Firma „Jenni Energietechnik“ aus Oberburg bei Basel lieferte den Solartank. Gründer Josef Jenni (63): „Das ist der schwerste und größte Solartank, den wir bislang für einen Kunden angefertigt haben.“

Sein Unternehmen schmiedete auch die Wärmespeicher der anderen Chemnitzer FASA-Solarhäuser, wie jene der Eigenheime am Rabensteiner Rittergut. Herr Jenni begleitete auch den 2-Tages-Transport des Chemnitzer Mega-Tanks und sah sich dessen Installation an.

Er freut sich auf den Rückweg: „Ich fahre mit dem Fahrrad nach Hause. In fünf Tagen will ich da sein“, so der begeisterte Radfahrer.

Wussten Sie schon? Chemnitz ist eine der führenden Sonnenhauptstädte Deutschlands

Josef Jenni (63), Chef der Solartank-Firma, will auf dem Fahrrad zurück in 
seine Schweizer Heimat.
Josef Jenni (63), Chef der Solartank-Firma, will auf dem Fahrrad zurück in seine Schweizer Heimat.  © Peter Zschage

Bei uns zeigt sich nämlich die Sonne sehr gerne.

So liegt die Strahlen-Leistung laut dem Deutschen Wetterdienst im Jahr zwischen 1141 und 1160 Kilowattstunden pro Quadratmeter. Höhere Werte gibt es nur in der Lausitz oder im Süden Deutschlands.

Unternehmen und Stadt nehmen die pralle Sonne gerne mit. Energieversorger „eins“ startete im September ein 2100 Quadratmeter großes Solarfeld an der Georgstraße: Dort wird Wasser für das städtische Warmwassernetz erhitzt. Einsparung: 100.000 Liter Heizöl.

Die Stadt betreibt 21 Solarwärme-Anlagen (Gesamtfläche: 1748 Quadratmeter).

Durch die aktive Nutzung der Sonnenwärme erzielt Chemnitz bereits einen Wert von 99 Watt pro Einwohner - den höchsten der Großstädte Deutschlands.

Damit wurde die Stadt letztes und dieses Jahr Meister in der „Solarbundesliga“. Mit dem Mega-Tank in der Salzstraße könnte die Führung ausgebaut werden.

Eingelocht! Der Mega-Solartank sitzt fest im Aktivsonnenhaus in der Salzstraße.
Eingelocht! Der Mega-Solartank sitzt fest im Aktivsonnenhaus in der Salzstraße.  © Peter Zschage

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