Warum gehen in Chemnitz so viele Kneipen pleite?

André Donath hat mit dem Turm-Brauhaus Erfolg, mit anderen Gaststätten nicht.
André Donath hat mit dem Turm-Brauhaus Erfolg, mit anderen Gaststätten nicht.

Von Torsten Schilling

Chemnitz - Die Stadt ist ein schwieriges Pflaster: 1820 von 13.067 Unternehmen hängen am seidenen Faden. Das ermittelte der Wirtschaftsinformationsdienst Bürgel.

„In den 30 größten Städten Deutschlands haben Firmen in Chemnitz das höchste Insolvenzrisiko. 13,9 Prozent sind von Zahlungsunfähigkeit bedroht“, so Bürgel-Sprecher Oliver Ollrogge (36).

Am stärksten betroffen sei die Gastronomie. Das Insolvenzrisiko liege bei 14,4 Prozent. Solche Erfahrungen machte auch André Donath (50) mit „Café Central“ und „Café Moskau“ (MOPO24 berichtete).

Generell will er den Standort aber nicht schlechtmachen. „Ins Turm-Brauhaus habe ich deutlich mehr investiert als in die anderen beiden Läden, zahle auch eine hohe Miete. Trotzdem funktioniert das Konzept.“

„Wenn es kriselt, vertrauen viele Unternehmer zu lange auf das ,Prinzip Hoffnung‘“, sagt Franca Heß (52) von der Industrie- und Handelskammer. Sie rät: „Es ist besser, frühzeitig die Unterstützung der Kammern und Verbände in Anspruch zu nehmen.“

Bürgel-Sprecher Oliver Ollrogge: „Auch wenn Chemnitz beim Insolvenzrisiko auf Rang eins der 30 größten Städte liegt: Jede dritte Firma steht auf finanziell gesunden Beinen.“

Bürgel hatte 3,3 Millionen Firmen analysiert. Davon stecken 8,8 Prozent in Zahlungsschwierigkeiten und bergen das Risiko, eventuell eine Insolvenz anmelden zu müssen.

Das „Cafée Central“ wartet weiter auf einen Nachmieter.
Das „Cafée Central“ wartet weiter auf einen Nachmieter.

Fotos: Sven Gleisberg, Peter Zschage


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