Darum ist der CFC eine Großbaustelle

Von Olaf Morgenstern

Chemnitz - Im Stadion an der Gellertstraße wird noch immer fleißig gebaut. Aber auch die Mannschaft des Chemnitzer FC ist derzeit eine Großbaustelle. MOPO24 beleuchtet die wichtigsten Probleme in Abwehr, Mittelfeld und Angriff.

Die Defensive

Die Abwehr um Marc Endres und Kevin Conrad (v.l.) war letzte Saison das Prunkstück - dieses Jahr die größte Baustelle.
Die Abwehr um Marc Endres und Kevin Conrad (v.l.) war letzte Saison das Prunkstück - dieses Jahr die größte Baustelle.

Auf der Torhüter-Position hat Trainer Karsten Heine derzeit die geringsten Sorgen. Kevin Kunz spielt eine solide Saison. Der Neuzugang hat dem CFC schon einige Punkte gerettet. Seine Stärken hat er im Eins-gegen-eins, Reserven in der Strafraumbeherrschung.

Die Abwehrkette - in der Vorsaison das himmelblaue Prunkstück - ist in dieser Spielzeit das größte Sorgenkind. 20 Gegentore hat der CFC bereits kassiert. Vor einem Jahr waren es nach 16 Spieltagen nur zehn. Abwehrchef Marc Endres wirkte zuletzt nicht souverän. Er plagt sich allerdings schon seit längerem mit einer Fersenverletzung herum und ließ sich für die Spiele fitspritzen.

Auch Nebenmann Kevin Conrad klagte immer wieder mal über kleinere und größere Wehwehchen, zudem fehlte er einmal Rot-gesperrt. Deutlich schwächer besetzt sind die Außenpositionen. Dort konnten Dan-Patrick Poggenberg (wechselte zum MSV Duisburg) und Tom Scheffel (erlitt im Sommer einen Kreuzbandriss und fällt bis Jahresende aus) nicht gleichwertig ersetzt werden.

Heine versuchte verschiedene Varianten. Fabian Stenzel und zuletzt Marco Kehl-Gomez spielten auf der rechten Seite, Alexander Nandzik und zwischenzeitlich Conrad links. Bis heute gelang es nicht, Stabilität in die Abwehrkette zu bekommen. Nur in vier Spielen stand hinten die Null.

Während die Arbeiter an der Gellertstraße noch bis zum Frühjahr Zeit haben, das Stadion fertig zu bauen, muss Heine die Probleme schnell in den Griff kriegen.

Das Mittelfeld

Nur Jamil Dem überzeugt bislang im Mittelfeld.
Nur Jamil Dem überzeugt bislang im Mittelfeld.

Auch im Mittelfeld wurde vieles ausprobiert und kräftig rotiert. Im zentralen Bereich konnte nur einer überzeugen - Neuzugang Jamil Dem.

Neben dem wechselten sich Routinier Tim Danneberg und die „jungen Wilden“ Timo Cecen, Marcel Kaffenberger, U-20-Nationalspieler Matti Steinmann ab. Keiner von ihnen schaffte es, sich dauerhaft festzusetzen.

Auch auf den Außenbahnen hat Heine immer wieder gewechselt. Der anfangs gesetzte Reagy Ofosu rutschte in ein Leistungsloch und stand an den vergangenen vier Spieltagen nicht mal mehr im Kader.

Christian Cappek fehlte erst das Durchsetzungsvermögen, seit der vergangenen Woche muss er verletzt pausieren (Sprunggelenk). Alexander Dartsch zeigte in seinen fünf Kurz-Einsätzen gute Ansätze, gegen Wehen Wiesbaden gelang ihm das Siegtor. Aber auch im fehlte die Konstanz. Zuletzt besetzten Stefano Cincotta und Fabian Stenzel die Außenbahnen. Auch bei ihnen wechselten Licht und Schatten.

Fehlt noch Philip Türpitz. Er hatte in der Vorsaison auf den Außen seinen Platz sicher. Nach seiner schweren Magen-Darm-OP im Sommer hat er das alte Leistungsniveau aber noch nicht wieder zu 100 Prozent erreicht. Die Schnelligkeit, Torgefährlichkeit und der Spielwitz von Türpitz fehlen der himmelblauen Offensive.

Noch gar keine Rolle spielte Neuzugang Marco Rapp - erst wegen Formschwäche, in den vergangenen Wochen wegen einer Adduktoren-Verletzung.

Der Sturm

Im Sturm wurde Frank Löning an allen Ecken und Enden vermisst.
Im Sturm wurde Frank Löning an allen Ecken und Enden vermisst.

Im Angriff wird Frank Löning an allen Ecken und Enden vermisst. Der 34-Jährige kämpft seit dem 5. Spieltag - damals verlor der CFC 0:2 in Magdeburg - mit Verletzungen und muskulären Problemen. Er konnte nur acht der 16 Punktspiele bestreiten.

War Löning dabei, lief es für den CFC meistens erfolgreich (3 Siege, 3 Remis). Seit dieser Woche trainiert der gebürtige Ostfriese wieder mit. Es besteht Hoffnung, dass Löning in den verbleibenden fünf Spielen bis zur Winterpause wieder auflaufen kann.

Ansonsten trägt der himmelblaue Sturm nur einen Namen: Anton Fink. Neunmal hat der Kapitän bereits getroffen. Der Torjäger ist die Lebensversicherung des CFC!

Viele Wünsche offen ließ Ronny König, der im Sommer vom Bundesliga-Aufsteiger Darmstadt kam und in 13 Einsätzen nur einmal traf. Allerdings spielte „King“ auch nur sechs Mal durch.

Völlig weg vom Fenster ist Ex-Bundesliga-Star Martin Fenin. Zwar bat Trainer Heine bei der Verpflichtung des Tschechen, der im Sommer aus der 3. Liga Frankreichs kam, um viel Geduld. Zuletzt war für Fenin aber nicht mal mehr im Future-League-Team des CFC ein Platz frei. „Martin hat es noch nicht geschafft, das Niveau, das für die 3. Liga in Deutschland erforderlich ist, zu erreichen“, gesteht Heine.

Fenin dürfte damit einer der ersten Kandidaten sein, dem die Chemnitzer in der Winterpause einen Vereinswechsel nahe legen werden.

Fotos: Picture Point/Kerstin Kummer


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