Boom in der Platte: Das Heckert wächst wieder

Chemnitz – Comeback für das Heckert: Die Ortsteile Helbersdorf, Hutholz, Kappel, Markersdorf und Morgenleite haben sich von der "großen Flucht" nach der Wende erholt.

Einst als Plattenbau-Gebiet verpönt, wachsen im Heckert langsam wieder die Einwohnerzahlen.
Einst als Plattenbau-Gebiet verpönt, wachsen im Heckert langsam wieder die Einwohnerzahlen.  © Uwe Meinhold

Die einst größte Platte Sachsens hält ihre Einwohnerzahlen seit Jahren stabil, wächst stellenweise sogar wieder. Dank starken Zuzugs.

Das FOG-Institut hat die Wende errechnet: Ab 1991 flüchteten die Bewohner aus dem Heckert. Die Einwohnerzahl sank von 83. 900 (1991) auf 37. 000 (2012).

Seitdem halten sich die Einwohnerzahlen stabil. Und das, obwohl jährlich gut 300 mehr Menschen in der Platte sterben als neu geboren werden. Warum trotzdem die stabilen Einwohnerzahlen? "Das liegt am starken Zuzug", so FOG-Geschäftsführer Ulrich Weiser (37). Zuletzt betrug der jährliche Wanderungsgewinn 350 Menschen.

Kein Wunder. Die Mieten sind günstiger als im Chemnitzer Durchschnitt (4,97 Euro pro Quadratmeter), es gibt 4 550 freie Wohnungen (Leerstand 18 Prozent). Viele Platten sind saniert, ebenso Kitas und Schulen.

SPD-Landtagspolitiker Jörg Vieweg (47, Büro in Helbersdorf): "Das Heckert fetzt! Es gibt schöne Wohnlagen, tolle Flächen für Einfamilienhäuser. Die vom Plattenrückbau erholten Wohnungsgenossenschaften schaffen guten Wohnraum."

Jörg Vieweg ist sich mit Ulrich Weiser einig: "Junge Familien finden im Heckert einen günstigen und schönen Platz zum Leben."

Soziologe Ulrich Weiser (37) hat das Heckert-Gebiet unter die Lupe genommen.
Soziologe Ulrich Weiser (37) hat das Heckert-Gebiet unter die Lupe genommen.

Titelfoto: Uwe Meinhold