Postbote hortet Briefe in Lagerraum, weil er mit dem Druck nicht klar kommt

Chesapeake (USA) - Häufig beschweren wir uns darüber, dass Post nicht pünktlich oder nur unzuverlässig zugestellt wird. Die Gründe dafür sind vielschichtig und manchmal auch kurios.

Die Briefkästen vieler Bewohner von Chesapeake blieben leer. (Symbolbild)
Die Briefkästen vieler Bewohner von Chesapeake blieben leer. (Symbolbild)  © 123RF Oleksandr Lutsenko

Post- und Paketboten haben einen anspruchsvollen Job. Neben der körperlichen ist auch die psychische Belastung nicht zu missachten.

Die häufig viel zu eng gestrickten Routenpläne müssen irgendwie eingehalten werden und die Lieferungen stets pünktlich an den Mann oder die Frau gebracht werden.

Dass diesem Druck nicht jeder Mitarbeiter gewachsen ist, beweist ein Fall aus dem US-Bundesstaat Virginia.

In Chesapeake wurde bereits im Mai letzten Jahres der Postbote Delacruz in einem Lagerraum voller nicht zugestellter Briefe erwischt.

Wenig später bekannte er sich schuldig und begründete seine Tat damit, dass er sich "unter Druck gesetzt" fühlte und sich "keine Zeit nehmen" konnte, seine Postroute in der vorgegebenen Zeit zu beenden.

Deshalb mietete er sich laut CNN einen Lagerraum für 49 Dollar (44,50 Euro) im Monat an, "um die Post zu lagern, die er nicht zustellen konnte."

Rund 5000 Postsendungen wurden gefunden

Postboten des US Postal Service sind im gesamten Land unterwegs.
Postboten des US Postal Service sind im gesamten Land unterwegs.  © 123RF Goran Bogicevic

Wie das zuständige Gericht mitteilt, soll Delacruz mit dem Verstecken der Post im November oder Dezember 2018 begonnen haben. Als die sich langsam sammelte, mietete er im Februar den Lagerraum an.

Dort fand die Polizei im Mai dann annähernd 5000 Postsendungen. Darunter waren neben 4700 Werbeanzeigen auch 115 Zeitschriften und 97 wichtige Briefe (Post von der Steuerbehörde, Kfz-Stelle, Kontoauszüge, ...). Auch ein nicht zugestelltes Paket wurde gefunden.

Während die veralteten Anzeigen weggeschmissen werden mussten, stellte die Post die restlichen Sendungen nachträglich zu.

Der Mitarbeiter ist laut Dave Partenheimer, US Postal Service PR-Manager, nicht mehr bei dem Unternehmen angestellt: "Er hat gekündigt und hat vor seiner Kündigung 14 Monate für unserer Unternehmen gearbeitet."

Das Urteil gegen Delacruz soll am 12. Februar gefällt werden. Ihn erwartet laut Bundesgesetz eine Geldstrafe bis hin zu fünf Jahren Haft.

Nie die Absicht gehabt, die Briefe nicht auszuliefern

Nach eigener Aussage hatte der Postbote nie die Absicht gehabt, die Briefe nicht auszuliefern. Allerdings geriet er immer mehr in Rückstand und schaffte es irgendwann nicht mehr, alles nachzuliefern.

Post zerstört, hat er aber angeblich nicht.