Kleiner Held: Einer der Jungs war für die Höhlen-Rettung entscheidend

Chiang Rai - Den zwölf Jungen aus der thailändischen Höhle geht es nach der Rettung immer besser. Einer von ihnen war für den Erfolg der Aktion ganz besonders wichtig.

Die zwölf geretteten Jungs aus Thailand erholen sich derzeit im Krankenhaus.
Die zwölf geretteten Jungs aus Thailand erholen sich derzeit im Krankenhaus.  © -/Thailand Government Spokesman Bureau/AP/dpa

An Thailands Höhlendrama, das die Welt so lange in Atem gehalten hat, haben viele mitgeschrieben. Die Taucher. Die Ärzte. Die Freiwilligen. Vor allem aber: die zwölf Spieler der Fußballjugend aus der Kleinstadt Mae Sai selbst. Und einer von ihnen war für die Rettung von entscheidender Bedeutung.

Die Rede ist von Adul Sam-On. Der 14-Jährige spricht als einziger der Gruppe gut Englisch (und dazu auch noch Thai, Burmesisch und Mandarin). Deshalb lief über ihn die Kommunikation mit den ausländischen Rettern, die für den Erfolg der Aktion enorm wichtig war.

Der Jugendlicher ist - wie der Trainer und zwei Mitspieler - nicht einmal Thai. Er gehört zur Minderheit der Wa, die in Myanmar, auf der anderen Seite der Grenze, verfolgt wird. Einen Pass hat er nicht.

Die Eltern brachten den Staatenlosen vor ein paar Jahren aus Myanmar auf eine Baptistenschule nach Mae Sai. Sie legen größten Wert auf gutes Benehmen. In einer kurzen Notiz, die sie ihrem Sohn in die Höhle bringen ließen, heißt es: "Vergiss nicht: Wenn Du raus kommst, musst du dich bei jedem einzelnen Offizier bedanken."

An seiner Schule sind auf Adul nun alle natürlich sehr stolz. Seine Klassenlehrerin Piyarat Yodsuwan (31) schwärmt: "Er war immer schon ein sehr hilfsbereiter Junge. Alle lieben ihn."

Jetzt hofft die ganze Klasse, dass er bald zurückkommt. "Auch, weil die jetzt keinen haben, von dem sie die Hausaufgaben abschreiben können", scherzt die Lehrerin.

Von den Spezialtauchern aus Australien, Großbritannien und anderen Ländern traten viele am Donnerstag die Heimreise an.
Von den Spezialtauchern aus Australien, Großbritannien und anderen Ländern traten viele am Donnerstag die Heimreise an.  © Vincent Thian/AP/dpa

Noch liegen die zwölf jungen Fußballer vereint im Krankenhaus der Provinzhauptstadt Chiang Rai. Nach Angaben der Ärzte geht es ihnen gut. Drei Jungen haben eine leichte Lungenentzündung. Die ersten sollen möglicherweise schon Anfang der kommenden Woche nach Hause.

Viele der internationalen Helfer haben indes die Heimreise angetreten. So waren mehr als ein Dutzend Spezialtaucher im Einsatz. Die Spezial-Einheit der thailändische Marine wurde in ihrem Heimatstützpunkt groß gefeiert.

Die Armee veröffentlichte ein Video von der Rettungsaktion aus dem Inneren der überfluteten Höhle. Zu sehen ist, wie die Taucher mit ihren Schützlingen auf dem Weg nach draußen sind.

Die Aktion verlief ohne Verletzte oder gar Todesopfer. Allerdings kam bei den Vorbereitungen ein thailändischer Taucher ums Leben (TAG24 berichtete). Seine Familie wurde vom thailändischen Staat nach einem Bericht der "Bangkok Post" mit 495.000 Baht (etwa 12.750 Euro) entschädigt.

Nach Angaben der Behörden wird jetzt auch darüber nachgedacht, in der Höhle eine Art Museum zur Erinnerung an die spektakuläre Rettung einzurichten. Die Tourismus-Verantwortlichen der Region an der Grenze zu Myanmar haben große Hoffnungen.

Sie setzen darauf, dass auch Urlauber aus dem Ausland kommen werden. Bei der spektakulären Rettungsaktion hatten immerhin Menschen rund um die Welt mitgefiebert.


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