Erster Toter bei Rettungsaktion in thailändischer Höhle

Chiang Rai - Bei der versuchten Rettung der in einer thailändischen Höhle eingeschlossenen Jugendlichen ist ein Taucher ums Leben gekommen.

Höhlentaucher aus Australien und Thailand sind vor Ort, um den Rettungseinsatz zu koordinieren.
Höhlentaucher aus Australien und Thailand sind vor Ort, um den Rettungseinsatz zu koordinieren.  © Thai Navy Seals/XinHua/dpa

Der Angehörige der thailändischen Spezialeinheit Navy Seals sei aufgrund von Sauerstoffmangel in der Höhle gestorben, teilten die Behörden am Freitag mit. Demnach hatte der Mann versucht, Sauerstoffbehälter in der Höhle zu platzieren und auf dem Rückweg das Bewusstsein verloren.

Es ist der erste tödliche Zwischenfall bei den bislang glimpflich verlaufenen Bemühungen um eine Bergung der Jugend-Fußballer und ihres Trainers in der nördlichen Provinz Chiang Rai.

Die Jugendlichen im Alter zwischen 11 und 16 Jahren und ihr Trainer sitzen seit dem 23. Juni in der Höhle fest, nachdem ihnen Wassermassen den Rückweg abgeschnitten hatten.

Das Team hatte die Höhle nach einem Training aufgesucht, war dabei wohl von einer Sturzflut überrascht worden - und hatte sich vor den Wassermassen immer tiefer ins Innere gerettet.

Die in der Höhle gefangenen Fußballjungen werden von den Navy Seals bis zur Rettung mit Nahrung und Medikamenten versorgt.
Die in der Höhle gefangenen Fußballjungen werden von den Navy Seals bis zur Rettung mit Nahrung und Medikamenten versorgt.  © Royal Thai Navy Facebook Page/AP/dpa

Kurz bevor britische Rettungstaucher die Gruppe am späten Montagabend (Ortszeit) mehr als drei Kilometer vom Höhleneingang entfernt entdeckt hatten, war das Wasser in der Höhle nahe der Grenze zu Myanmar wieder angestiegen.

Regenfälle erschweren die Bergungsarbeiten, in der Region am 20. nördlichen Breitengrad ist zwischen Juni und Oktober Regenzeit.

Für die Rettung der Eingeschlossenen gibt es mehrere Szenarien. Eine davon sieht vor, dass die Kinder in Begleitung von Rettungstauchern aus dem überfluteten Teil der Höhle herausschwimmen. Behörden und Rettungskräfte favorisieren diese Variante.

Darauf vorbereitet werden die Fußballer - so gut es geht - mit Tauchunterricht. Trainiert wird dabei vor allem das Aufsetzen der Tauchmasken und das Atmen unter Wasser.

Alternativ könnte von oben eine Öffnung in die Höhlendecke gebohrt werden, um die Eingeschlossenen herauszuheben. Medien diskutierten zudem die Möglichkeit, die Höhle mit Hilfe von Pumpen so weit auszutrocknen, dass die Jungen sie zu Fuß verlassen könnten.

Angesichts der Wassermassen erscheint diese Lösung derzeit aber unwahrscheinlich.


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