Preise im Schweinsgalopp! Warum die China-Pest uns das Schnitzel madig macht

Berlin - Dem Deutschen das liebste Fleisch ist das Schweineschnitzel! Doch im kommenden Jahr wird der Michel messerscharf rechnen müssen. Saftgulasch bekommt nun eine ganz andere Bedeutung.

En Schild mit der Aufschrift "Afrikanische Schweinepest - Sperrbezirk-" steht bei an einen Anhänger gelehnt. (Archivbild).
En Schild mit der Aufschrift "Afrikanische Schweinepest - Sperrbezirk-" steht bei an einen Anhänger gelehnt. (Archivbild).  © Frank Rumpenhorst/dpa

Der Grund: Die Preise für Schweinefleisch werden 2020 ordentlich zu Buche schlagen. Saftig und gesalzen eben!

"Wurst wird definitiv teurer", zitiert "Bild" Sarah Dhem, die Präsidentin des Bundesverbands der Deutschen Fleischwaren-Industrie.

Auslöser ist die Afrikanische Schweinepest (ASP) in China, die die Preise rasant ansteigen lässt. Seit rund einem Jahr grassiert sie schon im Reich der Mitte, dem weltweit größten Produzenten und Konsumenten von Schweinefleisch.

Zwar ist das tückische Virus für den Menschen ungefährlich, doch für die Tiere schnell tödlich. Das hat Markt-Folgen: Demnach sind bereits 50 Prozent des Schweinebestands in China futsch, von der Pest dahin gerafft. Heißt: Die Hälfte des Marktes ist eingebrochen. Das bestätigte auch Marktanalyst Tim Koch gegenüber Bild.

Mehr noch: "Die Chinesen kaufen auf dem Weltmarkt, was sie kriegen können", schilderte Koch die globalen Folgen im Exportgeschäft. Nun muss der Verbraucher an der Fleischtheke in die Tasche greifen. So kostet das Kilogramm Schweinehack heute 5,81 Euro – zum Vergleich noch vor einem Jahr 5,38 Euro. Ähnlich kletterte der Preis für Schweineschnitzel von 7,10 Euro auf 7,39 Euro.

Für Schweinebraten müssen heute 6,18 Euro das Kilogramm hingeblättert werden. Vor einem Jahr waren es noch 5,60 Euro.

Die Preise für die Fleischwaren in Gänze an die Verbraucher zurückgeben? Undenkbar! Der Markt ist überhitzt. Zuletzt gingen tausende Bauern aus ganz Deutschland auf die Barrikaden und machten ihrem Unmut angesichts der Agrarpoltik Luft.

Stein des Antoßes für den akuten Unmut: Neue Umweltvorgaben, mehr Düngeregeln sowie Billigpreise für Fleisch, Wurst und Milch im Supermarkt.

Das Risiko eines mit der Afrikanischen Schweinepest (ASP) infizierten Wildschweins in Deutschland und in Brandenburg ist hoch, sind sich die Fachleute einig.
Das Risiko eines mit der Afrikanischen Schweinepest (ASP) infizierten Wildschweins in Deutschland und in Brandenburg ist hoch, sind sich die Fachleute einig.  © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Titelfoto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

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