Eltern lassen ihre Kinder Lose ziehen, weil sie sich Behandlung von beiden nicht leisten können

Guangdong (China) - Dieses Bild lässt einem einen kalten Schauer über den Rücken laufen: Zwei kleine Babys liegen sich in ihrem Gitterbett gegenüber, in ihren Händen halten die beiden Zettelchen, die über ihr Schicksal entscheiden sollen.

Die beiden ahnungslosen Babys sollten ihr Schicksal mit einem Los entscheiden.
Die beiden ahnungslosen Babys sollten ihr Schicksal mit einem Los entscheiden.  © China Charities Aid Foundation for Children

"Happy" und "Healthy", wie die Brüder von ihren Eltern genannt wurden, sind in Lebensgefahr. Sie leiden unter der seltenen Immunerkrankung "CGD".

Beide kamen im Oktober gesund zur Welt. Nach einem Monat voller Glück, dann der Schock: "Healthy" bekam plötzlich Schwierigkeiten beim Atmen und musste in ein Krankenhaus gebracht werden. Dort verlegte man ihn direkt auf die Intensivstation.

Auch seinem Bruder ging es kurz darauf ähnlich und er wurde ebenfalls eingeliefert. Nach neun Tagen auf der Intensivstation, fanden die Ärzte schließlich heraus, was ihnen fehlte.

"CGD" oder auch "Septische Granulomatose" ist eine vererbte primäre Immunschwächekrankheit, bei der das körpereigene Abwehrsystem nicht richtig funktioniert. Betroffene sind erhöht anfällig für bestimme Bakterien und Pilze.

Unter Tränen blickt die Mutter zu einem ihrer Söhne auf.
Unter Tränen blickt die Mutter zu einem ihrer Söhne auf.  © China Charities Aid Foundation for Children

Deshalb kann bereits eine leichte Infektion - die bei gesunden Menschen mit Antibiotika behandelbar wäre - tödlich enden.

Die Ärzte befürchteten, dass weder "Happy" noch "Healthy" ihr zweites Lebensjahr erleben werden, falls sie nicht umgehend behandelt würden. Doch genau das war das Problem.

Denn die lebensrettende Knochenmark-Transplantation würde die Eltern der Kinder unglaubliche 1 Million Yuan (umgerechnet rund 127.000 Euro) kosten. Doch das Paar aus der Region Guangdong hätte sich wenn dann nur gerade so eine einzelne Operation leisten können.

Völlig verzweifelt, übergaben sie ihren Kindern die Entscheidung, welches durch eine Behandlung gerettet werden soll. Mithilfe von Zetteln sollten sie ihre Zukunft selbst auslosen.

Doch bevor wirklich die schreckliche Situation eintrat, dass nur ein Kind überleben kann, wurde glücklicherweise eine chinesische Wohltätigkeitsorganisation auf die Familie aufmerksam. Diese erklärte sich sofort bereit, Spenden zu sammeln, damit beide Brüder überleben können.

"Gott hat meine Zwillinge nicht aufgegeben", jubelt der Vater der Jungen laut Daily Mail. Denn abgesehen von der finanziellen Unterstützung durch die "China Charities Aid Foundation for Children", konnten auch zwei passende Spender gefunden werden, die bereit sind, ihr Knochenmark zu spenden.

Das Ziel von 900.000 Yuan wurde mittlerweile fast erreicht. 23.352 Menschen haben sich bisher mit einer Spende eingebracht.