Hybrid aus Affe und Mensch: Sind diese Forscher wahnsinnig geworden?

Spanien / China - Menschen, die Gott spielen oder ein bedeutender wissenschaftlicher Durchbruch? Spanische Forscher konnten in China zum ersten Mal einen hybriden Embryo mit Erbanlagen von Affe und Mensch züchten.

Wissenschaftliche Genialität oder ethisches Debakel? Forscher aus Spanien züchteten ein DNA-Mischwesen.
Wissenschaftliche Genialität oder ethisches Debakel? Forscher aus Spanien züchteten ein DNA-Mischwesen.  © Sergey Nivens/123RF

Juan Carlos Izpisúa ist sehr stolz auf diese Leistung. Ihm und seinem Team ist es zum ersten Mal gelungen, Gene so zusammenzufügen, dass ein stabiler Affe-Mensch-Hybrid gezüchtet werden konnte.

Der Leiter der wissenschaftlichen Gruppe sagte gegenüber "Daily Star", dass die Durchführung des Experiments in einem Labor in China stattfand, um rechtliche Probleme zu vermeiden.

Die Kreatur hätte tatsächlich wachsen und geboren werden können, jedoch brachen die Forscher den Prozess aus ethischen Gründen wieder ab.

Das Team, das sich aus Mitgliedern des "Salk Institute for Biological Studies" in den USA und der "Universidad Católica San Antonio de Murcia" zusammensetzt, hat Affen-Embryone genetisch verändert.

Die Forscher deaktivierten die Gene, die für die Ausbildung von Organen zuständig sind, und ersetzten sie durch menschliche Stammzellen.

Das langfristige Ziel des Experiments, das von Projektmitarbeiterin Estrella Núñez als "sehr vielversprechend" bezeichnet wurde, sei es, eines Tages hybrid gewachsene Organe in einen normalen Menschen einsetzen zu können.

Embryo-Experimente mit Affe-Mensch-Hybriden verschlingen sehr viel Geld

Der Hybrid-Embryo hätte tatsächlich zu einem Affen mit menschlichen Stammzellen heranwachsen können.
Der Hybrid-Embryo hätte tatsächlich zu einem Affen mit menschlichen Stammzellen heranwachsen können.  © Abeselom Zerit/123RF

"Wir versuchen jetzt nicht nur, voranzukommen und weiter mit menschlichen Zellen sowie Nagetier- und Schweine-Zellen zu experimentieren, sondern auch mit nicht-menschlichen Primaten", sagte Juan Carlos Izpisúa.

Der Wissenschaftler aus Spanien war bereits 2017 für die Entwicklung des ersten menschlichen Schweine-Hybriden verantwortlich. Der damalige Versuch scheiterte jedoch, da sich die menschlichen Zellen nicht festsetzen und somit kaum etwas zur Entwicklung des Embryos beitragen konnten.

Die Wissenschaftler hoffen nun darauf, dass die neuen Menschenaffen-Hybriden das Wachstum von Organen ermöglichen können. Obwohl ungleich erfolgreicher als das Experiment von 2017, stellt auch der aktuelle Versuch noch eine Hürde dar.

So hätte der neue Affe-Mensch-Embryo wahrscheinlich kein menschliches Zentralnervensystem entwickeln können. Es hätte sich somit mehr oder weniger nur um einen Affen mit menschlichen Stammzellen gehandelt.

Doktor Ángel Raya, der Direktor des "Centro de Medicina Regenerativa de Barcelona", gab zu, dass die Hybrid-Experimente "ethische Barrieren" aufwiesen. Zusätzlich würden die Labor-Versuche "Hunderttausende von Euro" kosten, fügte Núñez hinzu.

Dennoch: "Wir wollen Fortschritte machen, um Menschen mit einer Krankheit zu helfen", sagte Izpisúa optimistisch. "Das ultimative Ziel wäre es, ein menschliches Organ zu schaffen, das transplantiert werden kann."


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