China verliert Kontrolle über Raumstation: Diese rast jetzt auf die Erde zu!

Die Weltraumstation Tiangong-1 rast unkontrolliert durchs Weltall.
Die Weltraumstation Tiangong-1 rast unkontrolliert durchs Weltall.

China - 2011 war es soweit: China schickte seine Raum-Station Tiangong-1 ins All, es sollte anschließend zu einem großen Raumkomplex aufgebaut werden. Doch fünf Jahre später der Schock: 2016 verlor man plötzlich die Kontrolle über die Weltraumstation. Experten fürchten jetzt, dass deren Wrackteile in naher Zukunft die Erde treffen werden.

Die Weltraumagentur CMS bestätigt, dass man seit September 2016 keinerlei Kontrolle über Tiangong-1 hätte. Seitdem verliert die Raumstation an Höhe, in den letzten Wochen kam sie unserem Planeten mit hoher Geschwindigkeit immer näher.

Im Gespräch mit dem Guardian meinte Dr. Jonathan McDowell, Astrophysiker an der Harvard-Universität, dass die derzeitige Erd-Entfernung nur 300 Kilometer betrage. Die Nähe zur Atmosphäre bewirke außerdem, dass die Raumstation immer weiter zerfalle.

Den Zeitpunkt des Wiedereintritts kann man nur grob schätzen: "Ich erwarte, dass es in ein paar Monaten passieren wird - Ende 2017 oder Anfang 2018", erklärt McDowell.

Während ein Großteil von Tiangong-1 beim Wiedereintritt in die Atmosphäre verglühen wird, könnten einige Wrackstücke zur ernsthaften Gefahr werden. Einige Teile wiegen laut dem Astrophysiker über 100 Kilogramm. Wenn sie auf die Erdoberfläche stürzen, könnten sie ernsthafte Schäden verursachen. Wo die zerstörte Raumstation auftreffen wird, ist bisher genauso unklar, wie der Zeitpunkt.

"Du kannst diese Teile ja nicht steuern. Selbst ein paar Tage vor dem Wiedereintritt, werden wir wahrscheinlich nicht auf die Stunde genau wissen, wann sie die Erde treffen", so der Astrophysiker. Und genau da ist der Haken: Weiß man nicht, wann sie runterkommen, weiß man eben auch nicht wo.

"Wenn ich Recht habe, wird China bis zur letzten Minute warten, bis man die Welt wissen lässt, dass es ein Problem mit ihrer Raumstation gibt", mein Hobby-Satellitentracker Thomas Dorman gegenüber Space.com. "Es könnte ein echt schlechter Tag werden, wenn Teile davon in einem bewohnten Gebiet runterkommen."

Tiangong, was so viel heißt wie "himmlischer Palast", wurde im September 2011 in den Weltraum geschossen. Man hoffte mit der Raumstation einen großen Komplex zu erschaffen, der bis 2020 fertig gestellt werden sein sollte. Im Inneren der unbemannten Station befanden sich unter anderem Geräte zur Erdbeobachtung und Weltraum-Detektoren.


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