Chlamydien, Syphillis, Tripper: Experten fordern mehr Aufklärung

Düsseldorf - Syphilis, Tripper, HIV - sexuell übertragbare Infektionen sind immer noch ein Tabuthema. Experten fordern zum Welttag der sexuellen Gesundheit mehr Aufklärungskampagnen, Tests und Impfungen.

Syphilis, Tripper, Chlamydien – das sind Krankheiten, über die niemand spricht. Genau deswegen infizieren sich immer häufiger Menschen. (Symbolbild)
Syphilis, Tripper, Chlamydien – das sind Krankheiten, über die niemand spricht. Genau deswegen infizieren sich immer häufiger Menschen. (Symbolbild)  © 123RF

Auch der Zugang zu kostengünstigen und sicheren Selbsttests müsse erleichtert werden. Das geht aus Stellungnahmen für eine Anhörung im Gesundheitsausschuss des Landtags am Mittwoch hervor. Der Ausschuss befasst sich mit der Entwicklung sexuell übertragbarer Infektionen (STI).

"Es ist davon auszugehen, dass die STI-Zahlen weiter zunehmen werden, insbesondere unter heterosexuellen Menschen", erklärte Prof. Norbert Brockmeyer Präsident der Deutschen STI-Gesellschaft.

Besorgniserregend sei dabei die Zunahme von Antibiotika-Resistenzen, etwa bei Gonokokken. Diese Bakterien lösen die Gonorrhoe (Tripper) aus - nach den Chlamydien-Infektionen die zweithäufigste sexuell übertragene Erkrankung.

Nach Ansicht des Mediziners Heinrich Rasokat von der Uni-Klinik Köln muss der Bevölkerung die wachsende Bedrohung durch sexuell übertragbare Infektion auch über HIV hinaus stärker vermittelt werden. Etwa 640 Männer und Frauen in NRW haben sich nach RKI-Schätzungen 2016 mit HIV angesteckt.

Diese Zahlen sind nicht zu verwechseln mit den tatsächlich erfassten HIV-Diagnosen, da diese oft erst Jahre nach der Infektion erfolgen. 2017 wurden in NRW knapp 700 HIV-Erstdiagnosen verzeichnet.

Ende 2016 lebten in NRW geschätzt 19 200 Menschen mit HIV. Im gleichen Jahr starben in NRW 120 Menschen an Aids.

Titelfoto: 123RF


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0