Nach Wahl-Eklat in Thüringen: FDP-Chef Lindner gibt Fehler zu

Erfurt/Berlin - FDP-Parteichef Christian Lindner hat Fehler im Umgang mit dem Wahldebakel in Thüringen um Thomas Kemmerich eingeräumt.

Auch die Wahl in Hamburg lief für die FDP alles andere als gut, man verpasste die Fünf-Prozent-Hürde.
Auch die Wahl in Hamburg lief für die FDP alles andere als gut, man verpasste die Fünf-Prozent-Hürde.  © Christophe Gateau/dpa

Er hätte "noch unmissverständlicher und weniger diplomatisch" sprechen können, nachdem der FDP-Kandidat Thomas Kemmerich auch mit Stimmen der AfD zum Ministerpräsidenten gewählt wurde, sagte Lindner am Dienstag in der RTL-Sendung "Guten Morgen Deutschland".

Er habe damals bereits deutlich gemacht, als Parteivorsitzender zurückzutreten, wenn es keine klare Abgrenzung zur AfD gebe. "Aber das war möglicherweise nicht klar genug."

Lindner verteidigte trotzdem die Kandidatur Kemmerichs: "Die Idee war ja nachvollziehbar, nicht mit der Linkspartei, nicht mit der AfD etwas zu tun haben zu wollen, sondern zu sagen: Okay, wir bieten eine Alternative der Mitte an."

Man sei dann allerdings von der AfD ausgetrickst worden. Der Rücktritt Kemmerichs einen Tag nach der Wahl sei laut Lindner bereits der erste Schritt gewesen, um Vertrauen zurückzugewinnen.

"Irgendwann geht's auch wieder um Sachfragen, wenn klar ist, wir haben nichts mit der AfD zu tun", erklärte Lindner.

Thomas Kemmerich war nach drei Tagen im Amt zurückgetreten.
Thomas Kemmerich war nach drei Tagen im Amt zurückgetreten.  © Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

Titelfoto: Christophe Gateau/dpa

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