Christian Riethmüller beim VfB trotz Wahl-Niederlage der zweite Gewinner

Stuttgart - Bei der gestrigen außerordentlichen Mitgliederversammlung des VfB Stuttgart (TAG24 berichtete live) fehlten Christian Riethmüller knapp 300 "Ja"-Stimmen, um neuer VfB-Präsident zu werden. Doch wie ein Verlierer wird er in VfB-Kreisen wahrlich nicht wahrgenommen - sondern wie ein zweiter Gewinner.

Christian Riethmüller waren die Emotionen nach der Mitgliederversammlung in seinem Twitter-Video deutlich anzusehen.
Christian Riethmüller waren die Emotionen nach der Mitgliederversammlung in seinem Twitter-Video deutlich anzusehen.  © Screenshot Twitter/CDunkelrot

"Ihr seht es mir an, ich bin zwar ein bisschen enttäuscht, aber nicht richtig traurig", sagte der 45-Jährige hochemotional mit glasigen Augen in einer Videobotschaft auf Twitter.

Riethmüller ergänzte: "Ich bin froh und glücklich, dass ich die letzten Monate miterleben durfte, dass ich so viele von euch kennengelernt habe. Ich muss ehrlich sagen: Es war mir eine Ehre!"

Nach der Mitgliederversammlung erscheint der Geschäftsführer der Osiander-Buchhandlungskette aus Tübingen für viele VfB-Mitglieder in einem ganz anderen Licht.

Hatte er vor der Wahl noch mit Rassismus-Vorwürfen aufgrund einer Aussage über Aldi zu kämpfen und musste einen Facebook-Kommentar über VfB-Profi Santiago Ascacibar rechtfertigen (TAG24 berichtete), räumte er mit alldem in seiner emotionalen Rede gestern auf und dürfte viele positiv von sich überzeugt haben.

Denn Riethmüller steht für eine direkte und ehrliche Meinung, wie man sie zum Beispiel von Bayern-Profi Thomas Müller kennt. Der Unternehmer mahnte an, dass man die jedoch nicht mehr bekommen würde, wenn man jedes Wort und jeden Halbsatz in den sozialen Medien auf die Waagschale legt.

Christian Riethmüller bietet sich für Aufsichtsrat an

Christian Riethmüller (r.) will den neuen VfB-Präsidenten Claus Vogt bei seiner Arbeit unterstützen.
Christian Riethmüller (r.) will den neuen VfB-Präsidenten Claus Vogt bei seiner Arbeit unterstützen.  © Tom Weller/dpa

Claus Vogt ging als Favorit in die gestrige Abstimmung und gewann sie letztlich auch. Dass Riethmüller jedoch nur 300 Stimmen fehlten, darf ihm als Erfolg angerechnet werden.

Und obwohl der 45-Jährige jetzt nicht Präsident geworden ist, bedeutet das nicht das Ende seines Engagements für den VfB Stuttgart. "Ich will dem Verein erhalten bleiben und meinen Hut in den Ring werfen, wenn es um einen Aufsichtsratsposten geht oder wieder einmal eine Stelle im Vereinsbeirat frei wird", so Riethmüller.

Außerdem machten sowohl Vogt als auch Riethmüller keinen Hehl daraus, dass sie sich super miteinander verstehen. Deshalb bot der Zweitplatzierte dem Gewinner von gestern auch seine Unterstützung in jeglicher Form an, sollte dieser sie benötigen.

Was die Zukunft des Vereins angeht, so hat der Tübinger zwei große Visionen.

"Ich wünsche mir, dass der VfB gesellschaftspolitisch vorangeht und zu einem Vorbild im deutschen Fußball wird, wenn es darum geht, klare Kante gegen Rassismus und anderem zu zeigen", sagte Riethmüller im Anschluss an die Versammlung im Interview.

Darüber hinaus wünsche er sich im sportlichen Bereich natürlich den Aufstieg in die 1. Bundesliga. "Ich hoffe, dass das auch unter dem Trainer Tim Walter geschieht, sodass auf dieser Position vielleicht auch endlich Kontinuität in den Verein kommt."

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