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Plastikfrei leben: Dieser Berliner zeigt, wie es geht

Christoph Schulz im Interview mit TAG24: Tipps und Tricks im Umgang mit Plastik

Der Berliner Christoph Schulz hat dem Plastik-Wahnsinn den Kampf angesagt. Ein Leben ohne Plastik ist gar nicht so schwer.

Von Johannes Kohlstedt

Berlin - Ein Leben ohne Plastik? Für viele kaum vorstellbar. Christoph Schulz (29) hat dem Plastik-Wahnsinn den Kampf angesagt. Er verzichtet aus Überzeugung auf Kunststoff, Plastikflaschen und Co. Das ist gar nicht mal so schwer.

Christoph bei einem seiner Clean-Ups.
Christoph bei einem seiner Clean-Ups.

Über seinen Online-Shop bei CareElite verkauft der 29-Jährige unter anderem Zahnbürsten aus Holz oder Trinkflaschen aus Aluminium. Mit den Einnahmen finanziert er seine Reisen zu den Müll-Hotspots der Welt - um auch dort aufzuräumen. TAG24 hat er ein ausführliches Interview gegeben.

TAG24: Christoph, wann hast du denn das letzte Mal eine Plastikflasche gekauft?

Christoph: "Das war vor meinem Urlaub auf Sri Lanka. Genau da habe ich verstanden, dass ich mit allen möglichen Sachen mega viel Müll gemacht habe. Ich hatte irgendwann mal eine leere Flasche, die mir einer gegeben hatte. Die haben wir beim Bergsteigen zum Auffüllen benutzt. Da ist es dann ganz angenehm mal keine Glasflasche zu haben. So richtig gekauft aber habe ich eine das letzte Mal vor über zwei Jahren."

TAG24: Wie bist du denn dazu gekommen plastikfrei zu leben?

Christoph: "Es war genau dieses Erlebnis auf Sri Lanka. Ich war da am Strand unterwegs und habe dann den ganzen Müll gesehen. Da hab ich das Thema Plastikmüll bemerkt und erst realisiert, wie viel Müll ich eigentlich produziert habe. Da am Strand war zum Beispiel eine Plastikflasche, auf der stand 'mindestens haltbar bis' und dann mit einem Datum aus den 80ern, wo ich dann dachte: 'Krass, wie lange man Plastik schon umhertragen muss' und hab mich dann mehr mit dem Thema beschäftigt und überlegt, wie ich dazu beitragen kann, dass es weniger wird."

"Ich habe dann bei mir angefangen und überlegt, wo ich den ganzen Müll verursacht habe. Das waren denn eben genau solche Sachen wie Plastikflaschen und Plastiktüten. Als ich aus dem Urlaub zurückkam, habe ich dann alles umgestellt."

Ein Einkauf ganz ohne Plastik.
Ein Einkauf ganz ohne Plastik.

TAG24: Ein schwieriger Weg. Wie kommt er denn bei deinen Mitmenschen an? Konntest du sie auch schon überzeugen plastikfrei zu leben?

Christoph: "Nach und nach. Ich zwing das ja keinen auf. Das ist ja nur eine Inspiration, dass man auch nachhaltiger leben kann und nicht jeden Tag eine riesige Müllspur hinter sich herziehen muss."

"Bei meinen Freunden war es am Anfang schon so: 'Aha, jetzt bin ich voll der Öko'. Aber das ist auch gar nicht so. Ich habe mich jetzt nicht total verändert, sondern bin einfach nur aus dieser Gewohnheit rausgekommen, die über uns gekommen ist, weil wir hier alles haben oder es jederzeit bestellen können. Es mangelt an nichts, aber es ist alles in Plastik verpackt. Wenn ich zum Beispiel mit meiner Oma spreche, ist es gar nichts Besonderes, dass wir eine Holzzahnbürste haben. Das gab es früher auch schon."

TAG24: Was können wir denn tun, um Plastikmüll zu vermeiden?

Christoph: "Wenn man sich noch gar nicht mit dem Thema beschäftigt hat, sollte man überlegen, wo man selbst den ganzen Plastikmüll verursacht. Bei mir waren es zum Beispiel die Plastikflaschen. Ich habe mich dann gefragt, wie ich die ersetzen kann und habe mir einfach eine Trinkflasche aus Edelstahl geholt. Die kann ich immer auffüllen. Wir haben ja das Privileg, dass wir Wasser aus der Leitung trinken können. Das ist nicht in jedem Land so. Das sollten wir schon nutzen. Seitdem brauch ich auch keine Plastikflaschen mit Wasser in meine Wohnung zu schleppen."

"Der nächste Punkt waren Plastiktüten. Die brauche ich überhaupt nicht mehr und verstehe auch nicht, warum die in Deutschland nicht schon längst verboten sind? Die sind einfach total überflüssig. Wir können einen Jutebeutel nehmen, wir könnten Papiertüten nutzen, auch wenn wir sie häufiger benutzen müssen, damit es wirklich nachhaltiger ist, als eine Plastiktüte - aber die ist wenigstens biologisch abbaubar. Die landet eben nicht im Meer."

Einkaufen in Unverpackt-Läden wird immer beliebter.
Einkaufen in Unverpackt-Läden wird immer beliebter.

"Dann ist da noch der ganze Verpackungsmüll. Es gibt immer mehr Unverpackt-Läden. Allein in Berlin gibt es schon drei und auch viele Bioläden, die auch Abfüll-Bars haben. Da muss man keine Nudeln oder Müsli in der Plastiktüte kaufen. Alles unverpackt und ohne Plastik. Das schafft man in denen man etwa eine Lunchbox und Einmachgläser mitnimmt und diese dann auffüllt. So hat das meine Oma schon gemacht und so kommt es auch langsam wieder in Mode."

"Das sind schon die wichtigsten drei Sachen: Plastikflasche, Plastiktüte und der ganze Verpackungsmüll."

TAG24: Die EU hat unter anderem Plastikhalme verbieten lassen. Auch die Bundesregierung hat Ende des Jahres ihren Fünf-Punkte-Plan vorgestellt. Ist das Thema in der Politik angekommen?

Christoph: "Das Thema ist zwar angekommen aber nur auf Druck der Konsumenten. Das geht nicht von der Politik aus, sondern eher von den Konsumenten. Das ist auch nur so ein freiwilliger Punkte-Plan, was wir schon vor zwei Jahren erarbeitet haben und auf unserer Webseite präsentieren. Es ist noch nicht konkret genug, die Gesetze müssten so schnell wie möglich geändert werden, sodass es sowas wie Plastiktüten gar nicht mehr gibt. Das ist nicht so kompliziert. Andere Länder haben das auch schon gemacht. Bisher ist das alles noch halbherzig, aber immerhin wird das Thema in der Politik jetzt langsam angegangen."

TAG24: Mit deinen Produkten finanzierst du auch deine Reisen ins Ausland, wo du an den Stränden Clean-Ups organisierst. Wie kann man sich das vorstellen?

Christoph: "Ich habe die Clean-Ups immer über Facebook organisiert. Ich war zum Beispiel auf Bali und habe mich umgehört, wo besonders dreckige Strände sind. Im einen Fall wurde ich sogar angeschrieben, weil ich gesagt habe, ich bin in einer Woche da und da."

Christoph mit einer gut gefüllten Tüte mit Plastikmüll.
Christoph mit einer gut gefüllten Tüte mit Plastikmüll.

"Die Leute aus der Umgebung haben schon viele Leute zusammengetrommelt, sodass ungefähr 50 Leute da waren. Das Material zum Aufsammeln habe ich vorher schon besorgt. Das sah dann so aus, dass 50 Leute mit angepackt haben, den Müll in riesige Säcke gepackt haben. Die werden dann am Ende von einer Organisation abgeholt, die das ganze recycelt und upcyceld. Glasflaschen werden dann zum Beispiel zu richtig guten Gläsern und der andere Müll so gut es geht recycelt. Dann ist der Strand wieder sauber, auch wenn auf Bali nach ein paar Tagen wieder der Strand vollgemüllt ist, weil die ganze Insel so abgespült wird."

"Es ist ein bisschen, wie ein Tropfen auf den heißen Stein. Auf der anderen Seite, klärt man auch ganz viele Leute auf. Ich hatte da auch schon ein paar Leute dabei, die haben vorher noch nie darüber nachgedacht so etwas zu machen. Sie kamen dann einfach zufällig hinzu und organisieren mittlerweile eigene Clean-Ups. Es geht eher weniger darum, dass der Strand für ein paar Tage sauber ist, sondern mehr darum aufzuklären."

TAG24: Wo hast du jetzt schon überall gesammelt?

Christoph: "Als ich auf Sri Lanka war, habe ich direkt losgelegt. In Indien war ich noch und auf Bali war ich sogar drei Monate. Da habe ich jeden Tag so ein Clean-Up gemacht. Da ist mit Trash Hero auch eine richtige coole Organisation."

Ein Mann läuft durch den völlig verschmutzten Kohle Gono Strand in Ghana.
Ein Mann läuft durch den völlig verschmutzten Kohle Gono Strand in Ghana.

TAG24: Welche Länder haben deiner Meinung nach das große Müllproblem?

Christoph: "Auf jeden Fall die Länder aus Südostasien. Wenn man den Studien glauben kann, dann kommen etwa 80 Prozent des Mülls im Meer aus Südostasien. Länder wie China, Indonesien, die Philippinen oder Indien. Wenn man schon mal da war, weiß man auch, dass es relativ realistisch ist. Da ist einfach der Umgang mit dem Müll anders. Das größte Problem ist, dass sie einfach kein vergleichbares Recycling-System haben."

"Wir machen bestimmt nicht weniger Müll, aber bei uns wird es recycelt. Durch das Pfandsystem weiß jeder, dass er dafür 25 Cent bekommt. Auf Bali gibt es das nicht. Das heißt: Die Leute schmeißen die Flasche weg, sobald sie leer sind und dann bleiben sie eben 100 Jahre im Meer, bis sie zu Mikroplastik geworden sind. Das ist der große Unterschied, dass man da soviel Müll sieht und bei uns nicht."

"Hinzu kommt auch, dass die Kultur eine andere ist. Vor 76 Jahren, als es Plastik noch nicht gab, da haben die Leute Kokosnüsse, Bananenschalen und alles mögliche gegessen und getrunken und dann einfach in die Umwelt weggeschmissen. Das war auch nicht schlimm, weil es biologisch abbaubar ist. Das Verhalten haben sie aber nicht abgelegt. Die Leute konnten gar nicht richtig lernen mit dem Plastik umzugehen. Dann wurde der Müll auch weiter weggeworfen - ob er biologisch abbaubar ist oder nicht."

TAG24: Dein nächstes Ziel?

Christoph: "Das weiß ich noch gar nicht. Ich lasse mich noch ein bisschen davon leiten, was in unserer Clean-Up-Gruppe passiert und schaue mal, wo es als es nächstes hingeht. Aber Südostasien ist auf jeden Fall immer ein Ziel, aber auch Afrika könnte ich mir vorstellen."

Fotos: Careelite, DPA

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