Sie entführte ihr eigenes Kind! Nun steht Claudia Renneberg vor Gericht!

Sind wieder glücklich vereint: Claudia Renneberg (34) und ihr Sohn Timo (8).
Sind wieder glücklich vereint: Claudia Renneberg (34) und ihr Sohn Timo (8).

Zwickau - Als das Jugendamt ihr den Sohn wegen „Überbehütung“ wegnehmen wollte, fasste sie einen drastischen Entschluss: Sie tauchte mit ihm sechs Monate unter, bevor sie sich bei den Behörden meldete.

Mit gut zwei Monaten Verzögerung soll nun am Donnerstag (9 Uhr) der Prozess wegen Kindesentziehung und Freiheitsberaubung gegen Claudia Renneberg (34) aus Reichenbach (Vogtland) vor dem Amtsgericht Zwickau beginnen.

Ihre Eltern sind als Komplizen mitangeklagt.

Die Verhandlung war ursprünglich bereits für den 15. Juli angesetzt. Doch nach wenigen Minuten wurde vertagt, weil die derzeit arbeitslose Fremdsprachenassistentin fehlte - sie war am Abend zuvor in eine Klinik gebracht, für nicht verhandlungsfähig befunden worden.

Claudia Renneberg (34) und Sohn Timon vor der AWO-Unterkunft in Treuen, wo die beiden gut anderthalb Jahre lebten.
Claudia Renneberg (34) und Sohn Timon vor der AWO-Unterkunft in Treuen, wo die beiden gut anderthalb Jahre lebten.

„Am nächsten Tag musste sie operiert werden“, sagte ihr Rechtsanwalt Klaus Bartl (65). Nun aber sei sie fit für die Verhandlung.

Die Staatsanwaltschaft wirft der Frau vor, im August 2013 ihren Sohn Timon (damals 6) entführt zu haben. Erst im Januar 2014 stellte sie sich freiwillig.

Auch Timons Großeltern Silvia (64) und Dietmar (68) stehen mit ihr vor Gericht, weil sie bei der Tat geholfen und die für Timon zuständige Sozialbetreuerin festgehalten haben sollen.

Anwalt Bartl: „Inzwischen hat meine Mandantin das Sorgerecht zurückbekommen. Auch der seit Monaten außer Vollzug gesetzte Haftbefehl gegen sie ist aufgehoben.“

Gut anderthalb Jahre lebten Mutter und Kind in einer betreuten Wohnung im rund 15 Kilometer entfernten Treuen, wo der Junge auch eingeschult wurde.

Bartl: „Inzwischen sind sie wieder zu Hause in ihrer Wohnung bei den Großeltern.“ Und Timon (inzwischen 8) geht in die 2. Klasse.

Fotos: privat/ Ellen Liebner


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0