Claus Vogt ist neuer VfB-Präsident: Ein Mann, um die Wende zu bringen

Stuttgart - Claus Vogt wusste nicht so recht, wohin mit seinen Emotionen. Der Unternehmer aus Waldenbuch wurde auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung des Fußball-Zweitligisten VfB Stuttgart (TAG24 berichtete live) zum neuen Präsidenten gewählt und folgt damit auf den verschmähten Wolfgang Dietrich. Vogt soll neben dem Vorstandsvorsitzenden Thomas Hitzlsperger symbolisch für den Neuanfang des Vereins stehen.

Der neue Präsident Claus Vogt (links im Bild) und der Vorstandsvorsitzende Thomas Hitzlsperger stehen für den Neuanfang beim VfB Stuttgart.
Der neue Präsident Claus Vogt (links im Bild) und der Vorstandsvorsitzende Thomas Hitzlsperger stehen für den Neuanfang beim VfB Stuttgart.  © Tom Weller/dpa

Neuanfang heißt dabei: Mehr Fannähe, Transparenz und Regionalität. Getreu seinem Motto auf social media: #VomIchzumWir

Vogt, der sich schon seit Jahren ehrenamtlich, unter anderem beim Verein FC PlayFair! für die Belange der Fans im Fußball einsetzt, hat sich auf die Fahne geschrieben, gegen die zu starke Kommerzialisierung der Sportart anzukämpfen.

Das kam auch in seiner Rede auf der Mitgliederversammlung heraus, als er auf die Suche nach einem weiteren Investor neben Daimler einging und später in einer Presserunde präzisierte: "Wenn wir keine Geldprobleme haben, dann brauchen wir zum jetzigen Zeitpunkt vielleicht auch keinen zweiten Investor."

Ein großer Unterschied gegenüber Ex-Präsident Wolfgang Dietrich, der diesen Sponsor möglichst rasch an Bord holen wollte. Und sollte es notwendig sein, einen Investor heranzuziehen, so setzt Vogt klar auf regionale, schwäbische Unternehmen - beispielsweise den Schrauben-Hersteller und Weltmarktführer Würth, auf den er sehr große Stücke hält.

Claus Vogt möchte VfB-Fans auf Augenhöhe begegnen

Claus Vogt deutet symbolisch den Brustring an, den er mit Stolz trägt.
Claus Vogt deutet symbolisch den Brustring an, den er mit Stolz trägt.  © Tom Weller/dpa

Außerdem möchte er die VfB-Fans näher an den Verein bringen.

Nach dem Kennenlernen aller Mitarbeiter und des Aufsichtsrats will der 56-Jährige als eine seiner ersten Amtshandlungen eine Fan-Abteilung ins Leben rufen. Wofür genau? "Damit wir den fantastischen Fans, die wir haben, auf Augenhöhe begegnen, sie wertschätzen und mit beim VfB Stuttgart einbinden können", so Vogt.

Auch in diesem Punkt unterscheidet er sich in seiner Haltung grundsätzlich von Dietrich, dem fast ausschließlich eine mangelhafte Kommunikation mit Fans und Mitgliedern nachgesagt wurde. Dass Vogt sich seit Jahren nachweislich für Fans einsetzt, könnte auch ein entscheidender Faktor gewesen sein, weshalb er rund 300 Stimmen mehr erhielt als sein Mitbewerber Christian Riethmüller.

Der zählte im Übrigen zu den ersten Gratulanten nach der Entscheidungsverkündung und machte bereits in seiner eigenen Rede auf der Versammlung klar, er werde, sollte er selbst nicht Präsident werden, alle seine Wähler auffordern, Claus Vogt bei seiner Arbeit zu unterstützen - zum Wohle des VfB.

In der Hanns-Martin-Schleyer-Halle wehte am gestrigen Tag eine Brise der Hoffnung durch die Reihen der Mitglieder. Im Netz liest sich das Feedback zur Versammlung fast durch die Bank positiv und entspricht damit dem genauen Gegenteil zu den desaströsen Ereignissen des 14. Juli (TAG24 berichtete live).

Claus Vogt hat jetzt mindestens bis zur nächsten ordentlichen Mitgliederversammlung im kommenden Jahr die Chance, die über 71.000 VfB-Mitglieder näher zusammenzubringen. Ein Mann, um die Wende zu bringen.

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