VfB Stuttgart: Claus Vogt weist vor Wahl Schmutz-Kampagne gegen Mitbewerber von sich

Stuttgart - Am Sonntag (13 Uhr) findet in der Stuttgarter Hanns-Martin-Schleyer-Halle die außerordentliche Mitgliederversammlung des Fußball-Zweitligisten VfB Stuttgart statt (TAG24 ist live für Euch vor Ort). Bei der wählen die Mitglieder unter anderem ihren neuen Präsidenten, nachdem Wolfgang Dietrich im Juli zurückgetreten ist. Kurz vor der Wahl hat TAG24 Stuttgart noch einmal exklusiv mit Kandidat Claus Vogt gesprochen.

Claus Vogt (links im Bild) und Christian Riethmüller stehen am 15. Dezember bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung des VfB Stuttgart zur Wahl des neuen Vereinspräsidenten.
Claus Vogt (links im Bild) und Christian Riethmüller stehen am 15. Dezember bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung des VfB Stuttgart zur Wahl des neuen Vereinspräsidenten.  © Marijan Murat/dpa

TAG24: Herr Vogt, am Sonntag ist es vorbei mit dem Wahlkampf, dann fällt die Entscheidung, ob sie gewählt werden. Wie haben Sie den vergangenen Monat erlebt?

Claus Vogt: Der Monat war natürlich vollgepackt mit Terminen. In der Zeit der Kandidatur musste ich ja ganz besonders für die Mitglieder da sein. Für mich waren dabei zwei Sachen wichtig: Einerseits, mich persönlich vorzustellen, aber mindestens genauso wichtig, die Mitglieder kennenzulernen und viele Punkte von ihnen mit nach Stuttgart in den Club zu nehmen. Denn die möchte ich, falls ich Präsident werde, einbringen und im Idealfall direkt umsetzen.

TAG24: Gab es etwas, was Sie bei den ganzen Terminen über den VfB kennengelernt haben und Ihnen zuvor noch gar nicht so bewusst war?

Claus Vogt: Ich fand es besonders bei den Fanclub-Treffen bemerkenswert, dass, je näher man an Stuttgart ist, die vereinspolitischen Themen umso wichtiger sind. Je weiter weg man von Stuttgart kommt, desto eher geht es fast ausschließlich um den Sport. Da hieß es dann: "Mensch, viermal Videobeweis hintereinander gegen uns, wie haben Sie das gesehen?" Das ist mir sehr aufgefallen.

Vogt schätzt Mitbewerber Christian Riethmüller sehr

Claus Vogt steht beim TAG24-Interview im Fußballzimmer seiner Firma Intesia (Böblingen) vor einer Wand, auf der die Mercedes-Benz Arena zu sehen ist.
Claus Vogt steht beim TAG24-Interview im Fußballzimmer seiner Firma Intesia (Böblingen) vor einer Wand, auf der die Mercedes-Benz Arena zu sehen ist.  © TAG24

TAG24: Was war den Mitgliedern in Bezug auf die Vereinspolitik besonders wichtig?

Claus Vogt: Da ging es vor allem um die Gremienzusammensetzung, von Aufsichtsrat bis hin zum Vereinsbeirat. Es gab auch Nachfragen, wie der Auswahlprozess bis hin zu mir und Christian Riethmüller als verbleibende Präsidentschaftskandidaten gelaufen ist, wie es bei den Vorstellungsrunden gelaufen ist und vieles mehr. Und natürlich wurde ich auch zu meinem Konzept und der Strategie des VfB Stuttgart für die Zukunft befragt.

TAG24: Ihr Mitbewerber, Christian Riethmüller, musste sich unter anderem für eine Aussage über ALDI rechtfertigen, die ihm als Rassismus angekreidet wurde und zu einem diffarmierenden Facebook-Kommentar über Santiago Ascacibar Stellung beziehen. Wie haben Sie das Ganze gesehen und wie ist ihr Verhältnis zu Riethmüller?

Claus Vogt: Ich habe ihn im Rahmen der Kandidatur kennengelernt und schätze ihn als Mensch sehr. Er musste sich für ein paar unglückliche Aussagen erklären, die länger zurückliegen. Es hat gezeigt, dass man tunlichst versuchen sollte, in der Kommunikation keine Fehler zu machen. Denn das ist nicht nur für den jeweiligen Kandidaten, sondern auch für den VfB insgesamt schädlich.

Deswegen hielt ich es auch für vollkommen richtig, dass der VfB nochmal eine offizielle Stellungnahme vom Vereinsbeiratsvorsitzenden, Herrn Erhard, Christian Riethmüller und mir eingefordert hat. So konnten wir klarstellen, dass zwischen uns keine Schlammschlacht ausgefochten wird. Ferner bin ich überzeugt, dass die Medien genauso über mich geschrieben hätten, wären sie auf etwas gestoßen.

Claus Vogt weist Vorwürfe zurück, hinter "Kampagne" gegen Riethmüller zu stecken

Wolfgang Dietrich trat als VfB-Präsident nach der abgebrochenen Mitgliederversammlung im Juli zurück.
Wolfgang Dietrich trat als VfB-Präsident nach der abgebrochenen Mitgliederversammlung im Juli zurück.  © Christoph Schmidt/dpa

TAG24: In den sozialen Netzwerken wurde von einzelnen VfB-Anhängern vermutet, dass Sie bzw. Ihr Team hinter der "Kampagne" gegen Riethmüller stecken.

Claus Vogt: Das stimmt nicht. Als seine Aussage über ALDI Wellen schlug, wurden auch wir verdächtigt, dass wir den Medien was zugespielt hätten. Christian Riethmüller weiß inzwischen, woher es wirklich kam - und zwar nicht von uns. Was den Screenshot mit dem Ascacibar-Kommentar angeht: Zu diesem Zeitpunkt war ja sogar Wolfgang Dietrich noch im Amt und weder Herr Riethmüller noch ich wussten, dass wir jemals kandidieren werden.

TAG24: Am Sonntag ist es dann für Sie endlich vorbei mit der Ungewissheit und Sie werden wissen, ob Sie fortan als Präsident des VfB Stuttgart tätig sein werden oder nicht. Mit welchen Gefühlen gehen Sie in den Tag?

Claus Vogt: Ich freue mich, dass der Sonntag jetzt endlich da ist. Natürlich bin ich auch etwas aufgeregt und nervös. Das ist der Tag, auf den man hingearbeitet hat und jetzt fällt die Entscheidung. Ich hoffe, dass auch alles klappt, vor allem technisch (lacht) und dass ich bei meiner Rede keinen wichtigen Punkt vergesse. Es soll eine gute Veranstaltung werden und ich erhoffe mir, dass möglichst viele Mitglieder zur Wahl kommen.

Wenn es klappt, geht es erst so richtig los mit der Arbeit - aber auf die würde ich mich sehr freuen. Denn dann kann ich erst so richtig anfangen, etwas in meinem Herzensverein zu bewegen.

Titelfoto: TAG24

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