Schalker Ehrenrat lädt morgen zum Rapport: Fliegt Tönnies nach Verbal-Entgleisung?

Gelsenkirchen - Die Kritik an Schalke-Boss Clemens Tönnies nach dessen Aussage beim "Tag des Handwerks" in Paderborn, schlagen weiter hohe Wellen. Nun muss der 63-Jährige beim Schalker Ehrenrat zum Verhör antanzen.

Asamoah und Tönnies 2013. Damals wurde der Ex-Nationalspieler als Marketingbotschafter sowie als Spieler für die zweite Mannschaft der Königsblauen installiert.
Asamoah und Tönnies 2013. Damals wurde der Ex-Nationalspieler als Marketingbotschafter sowie als Spieler für die zweite Mannschaft der Königsblauen installiert.  © Caroline Seidel/dpa

Geht jetzt alles ganz schnell? Der gebürtige Rhedaer steht nach seinen Aussagen gegen Afrikaner im Kreuzfeuer der Kritik - sowohl vereinsintern als auch vereinsextern.

Nun muss der S04-Aufsichtsratschef bereits am Dienstag vor den fünfköpfigen Ehrenrat der Königsblauen treten und Stellung beziehen!

In dem Gremium sind neben einem Anwalt auch Richter, ein Pfarrer sowie ein Steuerberater. Sie entscheiden wohl über die Zukunft des Metzger-Sohnes.

Seit 1994 ist Tönnies Aufsichtsratsmitglied, seit 2001 dessen Vorsitz. Nun scheint eine Amtsenthebung durch das Gremium durchaus denkbar.

Gerade auch Mitglieder der Königsblauen sind von den Tönnies-Aussagen enttäuscht und erschüttert. Vereins-Legende Gerald Asamoah fühlt sich sogar persönlich beleidigt. "Seine Äußerung hat mich sehr überrascht, geschockt und auch verletzt. Er beleidigt mich und alle anderen Betroffenen", so der 40-Jährige via Instagram.

Für den gebürtigen Ghanaer eine Aussage, die er nicht nachvollziehen kann, wenngleich er auch einräumte: "Ich arbeite schon sehr lange mit Clemens Tönnies zusammen und wir sind auch schon lange eng befreundet. Mir gegenüber hat er sich nie rassistisch verhalten."

Der DFB setzt sich wohl auch mit der 'Causa Tönnies' auseinander

DFL-Chef Rauball zeigte sich ebenfalls betroffen, nach den Tönnies-Aussagen.
DFL-Chef Rauball zeigte sich ebenfalls betroffen, nach den Tönnies-Aussagen.  © Arne Dedert/dpa

Asamoah spielte von 1999 bis 2010 für Königsblau, gewann mit den Knappen zwei Mal den DFB-Pokal. Aktuell ist er Teammanager von Schalkes U23, übernahm letzte Saison nach dem Heidel-Rücktritt diesen Posten auch intermisweise für die erste Mannschaft.

Auch die DFB-Ethikkomission wird sich wohl am 15. August mit Tönnies' Aussagen auseinandersetzen. Eine Anklage bei dem DFB-Sportgericht steht zumindest im Raum.

Der deutschen Presseagentur gegenüber zeigte sich vor allem DFL-Chef Reinhard Rauball "überrascht". Der 72-Jährige weiter: "das kann man nicht durchgehen lassen, kommentarlos."

Bleibt abzuwarten, was der Ehrenrat Dienstag zu sagen hat - ob und inwieweit Tönnies nach seinen Aussagen seine Ämter auf Schalke noch weiter ausführen darf.

Leiterin der Unternehmenskommunikation der Schalker, Anja Kleine-Wilde, sagte der Deutschen Presse-Agentur bezüglich des Tönnies-Raports: "Man wird das nicht tagelang aufschieben. Clemens Tönnies war sofort bereit, zu kommen und sich vor dem Ehrenrat zu erklären."

Im Zusammenhang zum Thema Klimawandel, Überbevölkerung und Energieversorgung, hatte Tönnies vergangene Woche gesagt, dass man lieber 20 Kraftwerke in Afrika finanzieren solle, anstelle Steuern zu erhöhen.

Der Zusatz "Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen und sie hören auf, wenn's dunkel ist, Kinder zu produzieren", wird ihm nun jedoch zum Verhängnis.

War's das? Clemens Tönnies könnte unter Umständen aus seinem Amt enthoben werden.
War's das? Clemens Tönnies könnte unter Umständen aus seinem Amt enthoben werden.  © Tim Rehbein/dpa

Mehr zum Thema 1. Bundesliga:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0