Abgebrannter "Club der Visionäre": So geht es jetzt weiter

Berlin - Das Berliner Clubsterben geht weiter. Partygänger müssen erstmal auf den "Club der Visionäre" verzichten. Grund sind allerdings keine Anwohnerbeschwerden oder Mieterhöhung, sondern ein Brand. Das Feuer war am Samstagmorgen ausgebrochen. Nach Angaben der Feuerwehr sei der Club vollständig ausgebrannt - dem Wiedersprachen die Betreiber.

Feuerwehrleute bekämpfen das Feuer am Club der Visionäre.
Feuerwehrleute bekämpfen das Feuer am Club der Visionäre.  © DPA

Demnach sei nicht der gesamte Club abgebrannt, sondern nur ein kleiner Teil des Freiluftbereichs, heißt es in ihrem Statement. "Dieser Teil war bei Ausbruch des Feuers bereits geschlossen. Der Haupt-Gästebereich war nicht betroffen."

Vor allem in den sozialem Medien beklagten viele das Aus des bei Berlinern und Touristen beliebten Clubs. "Auch wenn der #ClubDerVisionäre Asche ist: Meine Erinnerungen an dort "gelebtes" sind nicht löschbar!", "Nun gibt es gar keinen Grund mehr, nach Berlin zu gehen…", "Das Alexa bleibt, der #ClubDerVisionaere geht. Eine Tragödie" oder "Mein zweites zu Hause" lauten die vielen Kommentar bei Twitter und Co.

Es gibt sogar einen Spendenaufruf für einen Wiederaufbau - mit bescheidenem Erfolg. Bislang wurden erst 15 Euro eingesammelt.

Wie das Feuer ausbrechen konnte, war zunächst nicht bekannt. Zunächst sei ein 400 Quadratmeter großer Holzverschlag in Brand geraten, teilte die Feuerwehr mit. Sie rückte mit 70 Kräften aus und verhinderte, dass der Brand auf eine benachbarte Tankstelle übergriff.

Feuerwehrmänner stehen nach dem Einsatz an der Straße Am Flutgraben in Kreuzberg.
Feuerwehrmänner stehen nach dem Einsatz an der Straße Am Flutgraben in Kreuzberg.  © DPA

Nach ersten Erkenntnissen der Feuerwehr wurden drei Menschen leicht verletzt. Sie mussten wegen Augenreizungen und Reizhusten behandelt werden, wie ein Sprecher sagte. Der "Club der Visionäre" erklärte hingegen, weder Gäste noch Mitarbeiter seien verletzt worden. Auch die Polizei berichtete, dass keiner verletzt worden sei.

"Wir sind mit einem blauen Auge davon gekommen", sagte ein Feuerwehrsprecher und bemängelte den baulichen Zustand. In einfach zusammengezimmerten Bretterhütten auf dem Gelände gebe es "teilweise abenteuerliche Strominstallationen". Auch ein paar Dutzend Propangasflaschen hätten herumgestanden, teilweise seien sie während des Brandes explodiert.

Die Feuerwehr habe die Bauaufsicht gebeten, sich die Clubs und Restaurants rund um den Flutgraben genauer anzusehen. "Es ist ein großes Glück, dass das Feuer nicht in der Nacht ausgebrochen ist, als da Vollbetrieb war."

Von Seiten der Betreiber heißt es: "Alle erforderlichen und verlangten Brandschutzmaßnahmen waren getroffen worden." Der Brandschutz sei abgenommen, die Mitarbeiter geschult. Das Feuer sei außerhalb des Clubs ausgebrochen und habe dann auf ihn übergegriffen.

Die Clubbesucher müssen nun erstmal auf die beliebte Location am Flutgraben verzichten. Allerdings hoffe man den über die Grenzen der Hauptstadt hinaus bekannten Club nach Abstimmung mit den Behörden bald wieder öffnen zu können. Bis dahin gehe es ab Sonntag mit dem Programm des Clubs auf dem Schiff "Hoppetosse" weiter, das am nahen Spreeufer vor Anker liegt.

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