Clueso: "Ostdeutsche dürfen nicht als Nazis abgestempelt werden"

Erfurt - Der Musiker Clueso hat davor gewarnt, Ostdeutsche pauschal als Nazis zu verurteilen. Damit macht er weiterhin deutlich, dass er verstärkt politisch aktiv werden will.

Der Sänger zeigte sich von den Geschehnissen in Chemnitz erschüttert.
Der Sänger zeigte sich von den Geschehnissen in Chemnitz erschüttert.  © DPA

"Es ist klar, dass nicht alle Ostdeutschen, die wie in Chemnitz auf die Straße gehen, Nazis sind", sagte der 38-jährige Künstler gegenüber "Die Zeit".

Wer das behaupte, schreibe die Menschen ab. Der in Erfurt geborene und aufgewachsene Sänger führt viele Probleme in den neuen Ländern auf Enttäuschungen der Wende- und Nachwendezeit zurück. "Viele fühlen sich scheinbar verlassen." Viele seien über den Tisch gezogen worden.

Inzwischen gebe es viele frustrierte Menschen im Osten. "Sie projizieren ihre schlechte Laune auf die, die noch schwächer sind – die paar Ausländer, die dort leben." Wir müssen diesen Menschen zuhören und mit ihnen sprechen, so Clueso.

Einige Ostdeutsche gingen auf die Straße, wenn ihnen etwas nicht passe, sagte der Sänger. "Das steckt in ihrer Kultur", sagt er. "Sie denken: "Wir machen einfach noch mal Revolution." Das ist nicht ungefährlich."

Titelfoto: DPA


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