Aspach-Coach Rehm: „Schädlich hat mich geprägt“

Ein Bild von 2003: Rüdiger Rehm (r.) neben seinem damaligen Trainer Gerd Schädlich (Kreis).
Ein Bild von 2003: Rüdiger Rehm (r.) neben seinem damaligen Trainer Gerd Schädlich (Kreis).

Von Thomas Nahrendorf

Aue - Rüdiger Rehm spielte zwischen 2003 und 2005 insgesamt 54 Mal für den FC Erzgebirge. Heute ist er Trainer der SG Sonnenhof Großaspach, dem Auer Gegner am Sonntag. Sein Name sorgte Ende Mai in der Region für Gesprächsstoff. Warum, hat uns der 36-Jährige im MOPO-Interview verraten.

Herr Rehm, Sie waren einer der Kandidaten auf die Nachfolge von Tommy Stipic. Warum kam es nicht dazu?
Rehm: „Das war lediglich ein Telefonat. Für mich war immer klar, dass ich hierbleibe, da ich Großaspach viel zu verdanken habe. Ich konnte bei der SG meinen Trainerschein machen, mich weiterentwickeln. Ich fühle mich hier sehr wohl. Deshalb war es nie ein Thema für mich.“

Sie haben zwei Jahre in Aue gespielt. Was ist aus der Zeit bei Ihnen hängen geblieben?
Rehm: „Viel Positives. Trainer Gerd Schädlich hat mich sehr geprägt. Er hat mir viel mit auf den Weg gegeben, was ich jetzt als Trainer beherzige. Und: Meine Frau habe ich auch in Aue kennen gelernt und gleich mitgenommen (lacht). Es war wirklich eine tolle Zeit in der 2. Liga. Daher ist es für mich auch ein besonderes Spiel.“

Apropos 2. Liga: Sie halten einen kuriosen Rekord. Kennen Sie den?
Rehm (lacht): „Natürlich kenne ich den, ich werde ja immer wieder darauf angesprochen. Ich bin neunmal vom Platz geflogen - aber nie in Aue!“

Daumen hoch! Rüdiger Rehm fühlt sich in Großaspach bestens aufgehoben. Ende Mai war er auch in Aue im Gespräch.
Daumen hoch! Rüdiger Rehm fühlt sich in Großaspach bestens aufgehoben. Ende Mai war er auch in Aue im Gespräch.

Mit Simon Skarlatidis haben Sie einen Ihrer Stammspieler abgeben müssen. Ein Verlust für Sie, ein Gewinn für Aue?
Rehm: „Absolut beides. Ich bin mit Simon einen langen Weg in Großaspach gegangen. Erst als Mitspieler, dann als Co-Trainer und zum Schluss als sein Cheftrainer. Ich bin ein Teil seiner Karriere und er ein Teil meiner. Wir haben auch noch Kontakt - nur diese Woche nicht.“

Haben Sie ihm Tipps mit auf dem Weg gegeben, wie er sich in Aue verhalten muss?
Rehm: „Wir haben mal telefoniert, da habe ich ihm einige Infos zukommen lassen. ,Skala‘ passt absolut ins Erzgebirge. Er ist ein sehr offener, ein sehr positiver Mensch, immer freundlich.“

Großaspach wird immer ein bisschen als Synonym für die 3. Liga bezeichnet. Stört Sie das?
Rehm: „Ach, wissen Sie, wir haben es sportlich geschafft, in der Liga zu spielen. Da ist es mir egal, wie man uns nennt. Bisher höre ich aber viel Positives, da wir ein etwas anderer Verein sind. Wir wollen immer das zeigen, wofür wir stehen: Freundlichkeit und Bescheidenheit.“

Beide Teams sind mit einem Unentschieden respektabel in die Saison gestartet. Was für ein Spiel erwarten Sie am Sonntag?
Rehm: „Ein enges. Beide Teams haben sich zum Auftakt sehr ordentlich präsentiert, jetzt will jeder seinen ersten Sieg einfahren. Das wird ein offener Kampf, die Chancen stehen 50:50. Ich würde Aue natürlich lieber in der 2. Liga sehen, da gehört der Verein hin. Aber jetzt ist es so, dass wir aufeinander treffen. Der FCE ist eine Bereicherung für jede Liga. Allein was in Heidenheim und nach dem Abstieg abgegangen ist, das ist famos. Daher freue ich mich auch riesig auf die Partie.“

Rüdiger Rehm im Trikot des FC Erzgebirge Aue. Zwischen 2003 und 2005 bestritt er 54 Punktspiele für die „Veilchen“.
Rüdiger Rehm im Trikot des FC Erzgebirge Aue. Zwischen 2003 und 2005 bestritt er 54 Punktspiele für die „Veilchen“.

Foto: Picture Point/Kummer/Sonntag, Uwe Meinhold


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