Dieser Comedian meint es ernst, hat jedoch keinen blassen Schimmer

Somuncu hatte während seiner Arbeit immer wieder Probleme mit Nazis. Nicht selten trat er deshalb mit Schussweste und Polizeischutz auf.
Somuncu hatte während seiner Arbeit immer wieder Probleme mit Nazis. Nicht selten trat er deshalb mit Schussweste und Polizeischutz auf.  © DPA

Berlin - Der "Kanzlerkandidat" der Spaßtruppe "Die Partei", Serdar Somuncu (49), sieht sein politisches Engagement vor der Bundestagswahl als ernste Sache.

"Ernster kann man das nicht meinen", sagte der Comedian dem Tagesspiegel am Freitag. "Ich glaube wirklich, dass es eine gute Idee ist, als Alternative zu Merkel und Schulz anzutreten."

"Die Partei" spreche eine Schicht an, die andere nicht erreichten: "Schlaue Menschen, die sich nicht strikt an den politischen Parteien orientieren wollen, aber trotzdem ein politisches Bewusstsein haben. Das sind ja nicht alles irgendwelche albernen Vögel", so der Komiker.

Somuncu steht auf Platz 1 der Berliner Landesliste und tritt als Direktkandidat im Wahlkreis Friedrichshain-Kreuzberg an. Doch von den Interessen seiner Wähler hat er eher wenig Ahnung:

"Den Bezirk kenne ich nicht, und der interessiert mich nicht", sagte er dazu. "Ich plädiere dafür, dass mich die Menschen wählen, weil ich auf dem Wahlzettel stehe."

Er freue sich, gibt Somuncu unumwunden zu, wenn er nach der Wahl "an Popularität und Reichtum" gewinne. "Sollte ich den Einzug in den Bundestag nicht schaffen, bin ich über alle Berge und kokse."

Allgemeine Bekanntheit erlangte der 49-Jährige im Jahr 1996 durch die szenische Lesung ausgewählter Testpassage aus Hitlers Buch "Mein Kampf".


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