Prorussische Rebellen peitschen Opfer mit Kabel aus

Der Mann in dem Video gilt als vermisst. Er soll bei der Folter gestorben sein.
Der Mann in dem Video gilt als vermisst. Er soll bei der Folter gestorben sein.

Von Matthias Kernstock

Communar - In der Ukraine sollen prorussiche Rebellen einen Mann gefoltert und getötet haben, wie "Daily Mail" berichtet. Die UN kritisiert seit längerem, dass in der Ostukraine alle fundamentalen Menschenrechte bedroht seien. Diese Bilder zeigen, was dort wirklich geschieht.

Dieses Video ist brutal: Es zeigt, wie ein maskierter Mann einen mutmaßlichen Drogendealer mit einem Elektrokabel auspeitscht. Der Mann schreit vor Schmerzen, bettelt immer wieder um Gnade - vergeblich. Er soll mit Drogen handeln, doch immer wieder betont er, unschuldig zu sein.

Ein Unbekannter filmt die grausamen Szenen: Der Mann mit dem Kabel, der als "Olkhon" aus Novosibirsk identifiziert wurde und die prorussichen Rebellen in der Ukraine unterstützt, prügelt sein Opfer halbttot. Er sagt in die Kamera: "Kommt nur her, ihr Drogendealer und Junkies. Wir haben unsere eigene Art, wie wir mit euch umgehen."

Schauplatz der burtalen Folter des russischen Kämpfers ist die Stadt Communar im Süden der Ukraine, die derzeit von prorussischen Rebellen besetzt ist. Das Video wurde in dem russischen Netzwerk "VKontakte" in einer Gruppe der Rebellen veröffentlicht.

Das Opfer im Video wurde als vermisst gemeldet, Medienberichten zu Folge ist der Mann gestorben.

Hintergrund: Bei den Kämpfen zwischen ukrainischen Regierungseinheiten und prorussischen Separatisten im Unruhegebiet Donbass starben seit April 2014 mehr als 9000 Menschen. Von den 13 im Friedensplan von Minsk vereinbarten Punkten wurde noch keiner vollständig umgesetzt.

Russische Kämpfer quälten den mutmaßlichen Drogendealer.
Russische Kämpfer quälten den mutmaßlichen Drogendealer.

Die wichtigsten Ereignisse im Ukraine-Konflikt

Kiew - Revolution, Krim-Annexion, Krieg: Seit mehr als zwei Jahren sucht die Ukraine Wege aus einer tiefen Krise. Ein Rückblick:

November 2013: Präsident Viktor Janukowitsch kippt ein EU-Assoziierungsabkommen. Es kommt zu Massenprotesten, die in Gewalt mit Dutzenden Toten enden.

22. Februar 2014: Die russlandfreundliche Führung um Janukowitsch in Kiew wird gestürzt.

16. März: Die ukrainische Schwarzmeerhalbinsel Krim stimmt für einen Beitritt zu Russland. Das Referendum wird vom Westen nicht anerkannt.

13. April: Beginn des militärischen "Anti-Terror-Einsatzes" gegen prorussische Separatisten in der Ostukraine.

17. Juli: Beim Absturz eines malaysischen Passagierflugzeugs im Osten der Ukraine sterben 298 Menschen. Kiew und die Separatisten werfen sich gegenseitig den Abschuss vor.

26. August: Kremlchef Wladimir Putin und der ukrainische Präsident Petro Poroschenko kommen in der weißrussischen Hauptstadt Minsk erstmals zu direkten Verhandlungen zusammen. Wenige Tage später folgt eine Einigung auf eine Waffenruhe, die aber brüchig bleibt.

12. Februar 2015: Nach Vermittlung Deutschlands, Frankreichs und Russlands einigen sich Kiew und Vertreter der Separatisten beim zweiten Minsker Treffen auf ein detailliertes Friedensabkommen. Ein Jahr später ist kaum ein Punkt umgesetzt.

Fotos: screenshots Video Vkontake


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