Nach Sturm auf der Nordsee: Fernseher auf deutscher Insel angespült

Borkum - Nach der Havarie des Riesen-Frachters "MSC Zoe" in der Nordsee ist auf der Insel Borkum erstes Strandgut gefunden worden.

Der Strand der niederländischen Insel Ameland gleicht einer Müllhalde. Freiwillige sammeln die angespülte Ladung ein.
Der Strand der niederländischen Insel Ameland gleicht einer Müllhalde. Freiwillige sammeln die angespülte Ladung ein.  © dpa/Jan Spoelstra

"Es hat jetzt die erste Ladung gegeben, die auch in Borkum angespült worden ist", sagte der niedersächsische Umweltminister Olaf Lies (SPD) am Freitag in Hannover.

Er rechnet damit, dass noch mehr anlandet: "Die Berechnungen, die gemacht worden sind, zeigen, dass Borkum, Juist und Norderney betroffen sein könnten - die anderen Inseln eher nicht."

Die "MSC Zoe" hatte in der Nacht auf Mittwoch in stürmischer See auf dem Weg vom belgischen Antwerpen nach Bremerhaven rund 270 Container verloren, darunter auch welche mit Gefahrgut (TAG24 berichtete).

Der Landkreis Leer hat deswegen im mobilen Warn- und Informationssystem Katwarn auf Borkum vor den Containern gewarnt (TAG24 berichtete).

"Berühren Sie keinesfalls ungeschützt einen offenen Container oder möglicherweise freigesetzte Stoffe", heißt es in der Warnung.

Die "MSC Zoe" hat vor Kurzem wegen Sturm "Zeetje" auf der Nordsee rund 270 Container verloren.
Die "MSC Zoe" hat vor Kurzem wegen Sturm "Zeetje" auf der Nordsee rund 270 Container verloren.  © dpa/Netherlands Coast Guard/Nlcg-Phcgn

Der SPD-Politiker nannte die hohe Zahl der beidseitig vom Schiff gefallenen Container extrem ungewöhnlich: "Bisher sind davon erst 20, die an Land gespült worden sind, gesichtet worden."

Es gelte nun, neben Umweltschäden auch Gefahren für Leib und Leben der Anwohner und Urlauber zu verhindern und künftig mit angemessenen technischen Möglichkeiten solche Fälle zu verhindern. Für die Kosten habe der Verursacher - die Reederei - letztlich die Kosten zu tragen.

Strandläufer der Kurverwaltung Borkum hatten am Morgen 30 Fernseher entdeckt, wie der Norddeutsche Rundfunk (NDR) berichtete. Mitarbeiter der Kurverwaltung hätten das Treibgut eingesammelt.

Es seien rund 30 Geräte und einige weitere Haushaltsgegenstände angespült worden, bestätigte die Polizei auf Borkum.

Die auf der Insel lebende Landtagsabgeordnete Meta Janssen-Kucz (Grüne) betonte: "Unsere größte Sorge gilt aber dem Gefahrgut, den Peroxiden. Wir hoffen, dass die Rettungskette von Behörden und Reederei funktioniert."

In der Nacht zum Freitag war auf Schiermonnikoog in den Niederlanden ein zweiter Sack mit Peroxid-Belastung gefunden worden, ein erster wurde am Donnerstag angespült.

Inzwischen haben die Wattenmeerinseln den Schweizer Reeder MSC haftbar für den Schaden gemacht. Die Strände und Küsten der friesischen Inseln sind übersät mit Objekten und Verpackungsmüll aus den Containern.

Rund 100 Soldaten sind am Freitagmorgen auf Schiermonnikoog angekommen und haben mit dem Aufräumen der Strände begonnen.

Die Kurverwaltung der Insel Borkum sucht den Strand nach angespülten Gegenständen ab.
Die Kurverwaltung der Insel Borkum sucht den Strand nach angespülten Gegenständen ab.  © DPA

Titelfoto: dpa/Jan Spoelstra

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