Nach Frachter-Unglück: Container-Bergung wird Monate dauern

Borkum - Ein Spezialschiff ist zur Bergung von Containern des Frachters "MSC Zoe" am Samstag in der Nordsee vor der Ems-Mündung eingetroffen.

Ein Riesen-Frachter hat Anfang Januar Container in der Nordsee verloren. Viele sind gesunken, manche treiben auf dem Wasser.
Ein Riesen-Frachter hat Anfang Januar Container in der Nordsee verloren. Viele sind gesunken, manche treiben auf dem Wasser.  © dpa/Netherlands Coast Guard/Nlcg-Phcgn

Die "Atlantic Tonjer" mit einem 50-Tonnen-Kran an Bord soll im niederländischen Auftrag so rasch wie möglich einen ersten Container aufnehmen, der im Fahrwasser der Ems liegt.

Zunächst blieb nach Angaben des niederländischen Ministeriums für Infrastruktur und Wasserwirtschaft noch unklar, ob dies angesichts stürmischen Wetters möglich ist.

Nach Einschätzung des deutschen Havariekommandos kann erst Montag mit der Bergung begonnen werden.

Ein zweites Erkundungsschiff, das ebenso wie das Bergungsschiff in der Nacht zum Samstag vom Hafen Ijmuiden in Richtung Ems-Mündung auslaufen sollte, blieb wegen des schlechten Wetters zunächst im Hafen.

Die "MSC Zoe" hatte auf dem Weg nach Bremerhaven in der Nacht zum 2. Januar 291 Container verloren, darunter zwei mit gefährlichen Stoffen (TAG24 berichtete). Diese wurden noch nicht geortet.

Helfer suchen am Strand von Borkum nach angeschwemmten Treibgut.
Helfer suchen am Strand von Borkum nach angeschwemmten Treibgut.  © Havariekommando

Insgesamt wurden bisher laut niederländischen Angaben 238 Container lokalisiert. Die meisten Container liegen auf dem Meeresboden nördlich der niederländischen Wattenmeer-Inseln auf der stark befahrenen Route des Frachtverkehrs, etwa 20 wurden bei Borkum geortet.

18 Container sowie deren Inhalt waren an den Stränden angespült worden (TAG24 berichtete).

Die Bergung aller Container wird vermutlich mehrere Monate dauern. Die niederländischen Behörden haben eine Untersuchung zu den Ursachen des Unglücks und möglichen Langzeitschäden für die Umwelt eingeleitet. Auch die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Nach Medienberichten, die sich auf niederländische Fischer berufen, soll der Frachter mit einem Tiefgang von 16 Metern eine Abkürzung genutzt haben, die nur 17 Meter tief ist.

Die Schweizer Reederei MSC hatte zugesichert, die Kosten für Bergung und Säuberung der Strände zu übernehmen. Allein auf den ostfriesischen Inseln wurden bereits tonnenweise Ladungsreste und Müll angespült (TAG24 berichtete).

Auf Borkum sind zahlreiche Helfer, darunter Behördenmitarbeiter, Freiwillige, Urlauber und Umweltorganisationen als Müllsammler im Einsatz.

Titelfoto: dpa/Netherlands Coast Guard/Nlcg-Phcgn

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