Containerschiff zerquetscht Fähre: Das steckt hinter dem Unfall auf der Elbe!

Hamburg - Nach der Kollision eines Container-Riesen und einer Fähre in Hamburg-Blankenese vor einer Woche (TAG24 berichtete) haben die Ermittler jetzt die wahrscheinliche Ursache bekannt gegeben.

Das Containerschiff rammt im Vorbeifahren die Fähre am Anleger.
Das Containerschiff rammt im Vorbeifahren die Fähre am Anleger.  © Blaulicht-News.de

Die Wasserschutzpolizei könne einen technischen Fehler als Unfallursache ausschließen, hieß es am Freitag. Die Ermittler gingen vielmehr davon aus, "dass fehlerhaftes Navigieren an Bord des Schiffes zur Kollision führte", erklärte ein Sprecher.

Technisches Versagen könne "mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden". Die Ermittler hatten unter anderem den Schiffsschreiber sowie die Funk- und Radaraufzeichnungen ausgewertet.

Ob nun gegen den 39 Jahre alten indischen Kapitän oder seine Lotsen ein Strafverfahren eingeleitet werden muss, sei noch unklar. Die Ermittlungen wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung und der Gefährdung des Schiffsverkehrs seien noch nicht abgeschlossen, da den Angaben zufolge noch nicht alle Aussagen der Beteiligten vorliegen.

Am Samstagmorgen vor einer Woche war das 400 Meter lange Containerschiff "Ever Given" gegen die 25 Meter lange, festgemachte Hafenfähre "Finkenwerder" gekracht.

Nach neuesten Erkenntnissen gab es dabei keine Verletzten, zuvor war noch von drei leicht verletzten Besatzungsmitgliedern die Rede gewesen. An dem Schiff entstand jedoch wirtschaftlicher Totalschaden.

Die Fähre geriet unter den Frachter und wurde stark beschädigt.
Die Fähre geriet unter den Frachter und wurde stark beschädigt.  © Blaulicht-News.de

Klar ist, dass der Frachter trotz starker Windgeschwindigkeit grundsätzlich noch fahren durfte: Erst ab Windstärke sieben dürfen Containerschiffe die Elbe nicht mehr befahren.

Vor Ablegen des Schiffes lagen die Werte noch bei Stärke sechs. Jedoch meldete die Revierzentrale Cuxhaven nur knapp zwei Minuten nach dem Unglück ein offizielles Windfahrverbot für die Elbe (TAG24 berichtete).

Das Containerschiff wurde auf seiner Fahrt aus dem Hafen heraus von einem Schlepper begleitet - unangeleint. Das sei schifffahrtsrechtlich aber in Ordnung gewesen, so der Sprecher weiter.

Als Konsequenz aus dem Schiffsunglück müssten allerdings von nun an mehr als 371 Meter lange Schiffe auch beim Auslaufen bis zur Landesgrenze immer mit Leinenverbindung zum Schlepper fahren.

Bislang war das nur beim Einlaufen vorgeschrieben. Eine entsprechende Verfügung habe die Hafen Port Authority (HPA) ausgesprochen.

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