Corona-Angst: Dresdner stürmen Supermärkte

Dresden - Mehr Verdachtsfälle, Quarantäne, Vorsichtsmaßnahmen: Die Folgen der Ausbreitung des Coronavirus (Live-Ticker) werden spürbarer. Immer mehr Dresdner decken sich jetzt mit Vorräten ein. Lebensmittel-Händler verzeichnen eine erhöhte Nachfrage. Erste Lücken in den Regalen finden sich auch bei größeren Ketten. Noch können sie aufgefüllt werden - mit Ausnahme mancher Hygieneartikel.

Wasser, Brötchen, Katzenfutter: Ihre normalen wöchentlichen Besorgungen erweiterte Janina Langendorf (39) aus Dresden um diese Hamsterkäufe.
Wasser, Brötchen, Katzenfutter: Ihre normalen wöchentlichen Besorgungen erweiterte Janina Langendorf (39) aus Dresden um diese Hamsterkäufe.  © Holm Helis

Andrang in Dresdens Supermärkten! Volle Gänge etwa im Kaufland an der Borsbergstraße. "Es ist mehr los als sonst an Freitagen", sagt eine Mitarbeiterin.

Während die Konzernzentrale in Neckarsulm mitteilt, dass "keine Einschränkungen in der Warenverfügbarkeit" bekannt seien, kann die Mitarbeiterin vor Ort über die Nachfrage nach Desinfektionsmittel für Hände nur kopfschüttelnd schmunzeln.

Fehlanzeige auch bei Rossmann nebenan: "Gibt's schon seit Tagen nicht mehr, ist auch nicht auf Lager", bedauert ein Mitarbeiter.

Auch bei DM beobachte man, dass die Nachfrage nach Hygieneartikeln "stark steigt", so Geschäftsführerin Kerstin Erbe. Der Mundschutz von Mivolis sei "derzeit nahezu nicht mehr verfügbar".

Auch im Lidl an der Bodenbacher Straße kauften viele Kunden größere Mengen ein.

"Ich kaufe Lebensmittel immer für ein bis zwei Wochen ein. Bei Wasser, Brötchen und Katzenfutter habe ich jetzt aber gehamstert und mehr geholt", sagt Janina Langendorf (39), zweifache Mutter aus Dresden. "Ich befürchte schon Engpässe."

Versorgungsengpässe bei Essen und Trinken derzeit nicht zu erwarten

Auch Katja S. (43) kaufte mehr als gewöhnlich ein. Die Dresdnerin zeigte TAG24-Reporter Hermann Tydecks (36) ihr Desinfektionsspray, das sie jetzt stets dabei hat.
Auch Katja S. (43) kaufte mehr als gewöhnlich ein. Die Dresdnerin zeigte TAG24-Reporter Hermann Tydecks (36) ihr Desinfektionsspray, das sie jetzt stets dabei hat.  © Holm Helis

Tatsächlich gab's in dem Discounter keine Fusilli mehr, nur noch wenige Packungen Spaghetti, auch die Konserven-Reihen lichteten sich.

"In einigen Regionen und Filialen verzeichnen wir deutlich erhöhte Abverkäufe. Besonders Artikel aus dem Trockensortiment und aus dem Hygienebereich werden aktuell stark nachgefragt", so Lidl-Sprecherin Melanie Pöter.

Einkäuferin Katja S. (43) packte wegen des Virus eine zusätzliche Palette Milch ein. "Ich bin schon verunsichert, habe jetzt auch noch ein Desinfektionsmittel immer in der Handtasche dabei", sagt die Dresdnerin.

Grundlegende Engpässe bei Essen und Trinken sind aktuell aber nicht zu erwarten. "Die Versorgungssicherheit unserer Märkte ist derzeit sichergestellt", teilte gestern etwa Aldi-Nord mit.

Dennoch könne es sein, dass Artikel "zeitweise vergriffen sind." REWE verzeichnet erhöhte Nachfrage nach Konserven und ihrem Lieferservice.

Der Freistaat empfiehlt generell, sich im Haushalt für jede Person einen Vorrat an Lebensmitteln für zehn Tage anzulegen.

Auch in Hamburg soll es schon zu Hamsterkäufen gekommen sein (TAG24 berichtete).

Seltener Anblick: In den Nudel-Regalen gab es gestern Nachmittag im Lidl-Discounter (Bodenbacher Straße) erste Lücken.
Seltener Anblick: In den Nudel-Regalen gab es gestern Nachmittag im Lidl-Discounter (Bodenbacher Straße) erste Lücken.  © privat
Auch dieser Kofferraum eines Dresdners war am Freitag mit Wasser-Vorräten gefüllt.
Auch dieser Kofferraum eines Dresdners war am Freitag mit Wasser-Vorräten gefüllt.  © Holm Helis
Keine Engpässe in der Warenverfügbarkeit sieht der Kaufland-Konzern auch für seine Filiale an der Borsbergstraße.
Keine Engpässe in der Warenverfügbarkeit sieht der Kaufland-Konzern auch für seine Filiale an der Borsbergstraße.  © Holm Helis

Titelfoto: Holm Helis

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